Hänsel und Gretel – die Neuverfilmung des Grimmschen Klassikers auf DVD. Oder: das große Fremdschämen

Von Benjamin Vahldiek

Die ARD setzt ja nun schon seit Jahren auf ihre Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“. Pünktlich zu Weihnachten werden dann Neuverfilmungen berühmter oder auch weniger bekannter Märchen ausgestrahlt: Und was da über die Mattscheibe lief, war zum größten Teil unterirdisch schlecht; man erinnere sich nur an Andrea Sawatzki als böse Stiefmutter in „Brüderchen und Schwesterchen“, die so unglaublich chargierte, dass man als Zuschauer ganz nervös wurde, oder an die schrecklich kitschige digitale Blumenwiese aus„Frau Holle“… nein, es ist mir völlig schleierhaft, warum diese Serie so erfolgreich ist und von Kritikern oftmals hoch gelobt wird.

Heute reichts es anscheinend völlig aus, eine Hannelore Elsner in ein mittelalterliches Kleid zu pressen und die böse Fee in „Dornröschen“ spielen zu lassen oder zu zeigen, wie Robert Stadlober als Rumpelstilzchen verkleidet übers Feuer hüpft. Wenn man da an einige der guten alten DDR- oder UdSSR-Produktionen wie „Das Feuerzeug“, „Schneewittchen“ oder „Das singende klingende Bäumchen“ denkt, wird einem richtig weh ums Herz beim Vergleich mit den lieblosen TV-Umsetzungen von heute.
Der Gipfel des schlechten Geschmacks wurde nun an Weihnachten 2012 erreicht – und ich glaube (bzw. hoffe!), schlimmer geht’s nimmer! „Hänsel und Gretel“, eines der schönsten Märchen der Gebrüder Grimm, präsentierte sich als 60-minütiger Total-Flop, bei dem man einfach alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen war… irgendwie ist dies ja auch eine Kunst.
Das Desaster geht bei den Darstellern los, erstreckt sich über Bühnenbild und Kostüme und mündet schließlich in hanebüchenen Abweichungen vom literarischen Vorbild:

So gibt Mila Böhning beispielweise eine absolut peinliche Gretel. Sie wirkt viel zu alt und abgebrüht für ihr affektiert-ängstliches Spiel. Getoppt wird sie jedoch von Anja Kling als böse Hexe: Wie Kling die Augen aufreißt, eine Schnute zieht, mit den Armen wedelt, kreischt, hysterisch lacht… all das ist Bauerntheater auf schlechtestem Niveau und verdient die „Goldene Tomate“ für miserables Schauspiel. Zudem muss man sie auch noch in der Rolle der hexischen Zwillingsschwester ertragen – der guten Marie, die auf der Seite von Hänsel und Gretel ist. Hexenschwester? Ja, richtig gelesen! Nichts gegen leichte Abwandlungen, aber eine völlig neue Storyline und neue Hauptcharaktere in diesen Märchen-Klassiker einzubauen, das ist schon sehr arm – besonders dann, wenn diese Änderungen nicht wirklich hätten sein müssen bzw. neue Aspekte oder Intentionen mit sich bringen.

Unterstrichen wird die Ansammlung von Peinlichkeiten durch katastrophale Kostüme (Kling als Hexe sieht aus wie ein 80er-Jahre-Girly mit verrutschten Schulterpolstern, das sich nicht schminken kann) und Bauten (das Hexenhaus besteht aus gut sichtbarem Vollplastik und bekommt mit jeder noch so billigen Hänsel-und-Gretel-Schaufensterdeko bei „Woolworth“ oder „Rudis Resterampe“ ernsthafte Konkurrenz; das Innere des Häuschens ist eine Kreuzung aus U-Boot und Raumpatrouille Orion.

Kurzum: Neue Aspekte, innovative Herangehensweise… alles schön und gut. Was allerdings bei „Hänsel und Gretel“ herauskam ist einfach nur grottig und garantiert mindestens bei Eltern absolutes Fremdschämen, während Kinder wahrscheinlich schnell das Interesse verlieren – wenn nicht sogar ebenfalls peinlich berührt sind.

Fazit: Ich empfehle, um die DVD einen weiten Bogen zu machen. Diese Märchenverfilmung geht gar nicht!!

Merida – Legende der Highlands. Das Disney-/Pixar-Meisterwerk auf DVD und Blu-ray

Von Benjamin Vahldiek

Die Königstochter Merida hat nur Unsinn in ihrem unter einer roten Feuermähne bedeckten Kopf. Sie kümmert sich nicht um höfische Regeln und standesgemäßes Verhalten. Stattdessen übt sie sich im Umgang mit Pfeil und Bogen und macht sich bei wilden Ausflügen auf ihrem Pferd Fergus ordentlich dreckig. Bei Hofe sieht man dies natürlich gar nicht gern und plant prompt, Merida unter die Haube zu bringen. Diese flieht so schnell es geht und trifft auf eine Zauberin, die ihr einen Wunsch gewährt… und damit geht der Ärger erst richtig los.

Disney/Pixar ist ja bekannt für hervorragende Animationsfilme, die sowohl die Jüngsten als auch Erwachsene ganz köstlich unterhalten. Egal, ob „MonsterAG“, „Findet Nemo“, „Wall-E“ oder „Oben“: Alle Leinwandabenteuer sind zum Brüllen komisch. Und jedes Mal setzte man in Sachen Optik noch eine Schüppe drauf. So auch bei Merida, dem nunmehr 13. CGI-Abenteuer aus der Meisterwerk-Fabrik: herrliche Farben, unglaubliche Animationen (das leuchtend rote Wuschelhaar der Heldin sieht täuschend echt aus) und witzige Charaktere, eingebettet in eine abwechslungsreiche Story. Da macht es auch fast nichts aus, dass die nur mäßig begeisterungsfähige Nora Tschirner, bekannt aus Til Schweigers Blockbustern „KeinOhrHasen“ und „ZweiOhrKüken“, für die deutsche Synchronisation vor das Mikro geholt wurde.

“Merida – Legende der Highlands“ ist ein herrlicher 91-minütiger Spaß auf DVD und Blu-ray für alle ab 6 Jahren.

Nach „Ich – Einfach unverbesserlich“: „Der Lorax“ auf DVD und Blu-ray

Von Benjamin Vahldiek

Seit Ende des letzten Jahres ist er endlich auf DVD und Blu-ray zu haben: der fantastische 3D-Animationsfilm „Der Lorax“. Das zottelige Vieh in knalligem Orange wurde geschaffen in den Illumination-Studios, Paris, wo man momentan am zweiten Teil des Kinoerfolgs „Ich – Einfach unverbesserlich“ bastelt.

„Der Lorax“ basiert auf Dr. Seuss‘ gleichnamigen Roman für Kinder und bietet neben dem skurrilen Titelhelden, der dem Beruf des Waldhüters nachgeht, allerhand weitere verrückte Charaktere. Ganz wunderbar wird das Thema Umweltschutz angesprochen, wenn sich der zwölf Jahre alte Ted auf die Suche begibt nach einem Samen, um dafür zu sorgen, dass es wieder Bäume in seiner Stadt Thneedville gibt und dabei den Lorax kennenlernt, der eine besondere Begabung hat: Er kann für die Bäume reden.

In der englischen sowie der deutschen Version wird der Lorax von Hollywood-Superstar Danny DeVito („Matilda“, „Die unglaubliche Entführung der verrücksten Mrs. Stone“) gesprochen – ihm zuzuhören ist ein Heidenspaß. Die tollen Animationen runden den absolut positiven Eindruck ab.

Somit ist „Der Lorax“ ein herrlich durchgeknallter Familienspaß, der in keiner guten Filmesammlung fehlen sollte.

Ein kleiner, feiner Weihnachtsfilm: Yogi Bärs erste Weihnachten

 

Der drollige Yogi dürfte spätestens seit der Kinoversion aus dem Jahre 2010 für Kinder von heute wieder ein Begriff sein. Doch die wenigsten wissen, dass der neuerdings computeranimierte Bär bereits uralt ist und ursprünglich als Zeichentrickfigur im Jellystone Park auf der Jagd nach Picknick-Körben war und den Ranger Smith regelmäßig in den Wahnsinn getrieben hat: Niemand Geringeres als William Hanna und Joseph Barbera (Familie Feuerstein, Die Jetsons, Tom und Jerry, Die Schlümpfe, Scooby Doo u.v.m.) sind verantwortlich für Yogi-Bär, der erstmalig 1958 über die amerikanischen Mattscheiben lief.

Wer seinen Kindern den „echten“ Yogi zeigen will und guten, alten Trickfilmspaß wertschätzt, wo jedes einzelne Bild noch in liebevoller Handarbeit entworfen wurde und nicht am PC, wer liebevoll-verrückte Charaktere wie Yogis besten Freund Boo Boo genießen möchte… wer ganz einfach auf der Suche nach einem wirklich feinen Weihnachtsfilm für einen verregneten Nachmittag ist, dem empfehle ich das Special „Yogi Bärs erste Weihnachten“:

Aus dem Winterschlaf gerissen erleben Yogi und Boo Boo erstmals das Weihnachtsfest – in einem wunderschönen Hotel und zusammen mit all seinen Freunden. Bevor es aber zum gemeinsamen Anstimmen von „Jingle Bells“ kommt und die Geschenke ausgepackt werden, erlebt Yogi eine Menge Abenteuer. Unter anderem muss er das Hotel retten, das sich kurz vor der Pleite befindet.

Stimmige Songs, eine Portion Slapstick und viel Wortwitz sorgen bei Jung und Alt für kurzweilige Unterhaltung und stimmen hervorragend ein auf das Fest der Feste. Zudem ist dieser kleine Meilenstein aus dem Hanna-Barbera-Studio schon für kleines Geld zu bekommen: Zuschlagen lohnt sich. Fröhliche Weihnachten!

 

 

 

Disney’s Peter Pan erstmalig auf Blu-ray

Von Benjamin Vahldiek

Vielleicht ist es nicht gerade der Traum, den Kinder haben. Aber sicherlich hat sich schon jeder Erwachsene heimlich gewünscht, wieder jung zu sein. (Vermeintlich) keine Verantwortung übernehmen, tun, wonach einem ist, rennen, spielen, lachen, unbesorgt sein – einfach mal wieder richtig schön einen drauf machen. Heidewitzka, du schöne Kinderzeit!

Leider ist dies nur im Märchen möglich – so wie bei „Peter Pan“, dem Kinderbuch-Klassiker  von James M. Barrie. Pan lebt zusammen mit den verlorenen Kindern auf der Insel Nimmerland, wo niemand mehr altert. Dort macht ihn der verschrobene Piratenkapitän Hook das Leben schwer. Wie es Peter Pan gelingt, ihn mitsamt seiner Mannschaft zu bezwingen, das ist eine temporeich erzählte Geschichte voller Spannung, Humor und sogar ein bisschen Romantik.

Die Adaptionen des Bestsellers für die Bühne oder die Leinwand sind unzählbar. Zweifelsohne ist jedoch die Zeichentrick-Verfilmung von Walt Disney aus dem Jahre 1952 eine der besten und fantasiereichsten Umsetzungen – selbst nach über einem halben Jahrhundert. Dies liegt natürlich an den traditionellen Zutaten, die das Mickey-Mouse-Imperium immer wieder verwendet: eine gestraffte Handlung, die sich auf das Wesentliche beschränkt und auch schon von den Kleinsten gut nachvollzogen werden kann, liebevolle Figuren, von denen jeder mindestens eine schrullige Eigenschaft hat sowie wundervolle Animationen und Songs mit Ohrwurm-Charakter.

Endlich hat Disney nun seinen Tresor wieder geöffnet und das Meisterwerk auf DVD neu aufgelegt. Zusätzlich – Premiere! – gibt es „Peter Pan“ auf Blu-ray. Aufgrund einiger Ausrutscher in letzter Zeit (die Blu-rays von „Bernard & Bianca“ oder „Tarzan“ waren in Hinblick auf Bild- und Tonqualität alles andere als Referenztitel, hier wurde wirklich schlampige Arbeit geleistet!) war ich zunächst skeptisch… aber ich kann Entwarnung geben: alles schön!

Das Bild ist gestochen scharf und farbenfroh. Keine Staubfluse ist zu sehen; eine beachtliche Leistung für so ein altes Material. Zudem bietet die Blu-ray viele interessante Extras, beispielsweise ein Making Of, in dem die Entwickler Details über ihre Arbeit im Hause Disney verraten.

Abstriche machen muss man beim Ton: Besonders die deutsche Spur ist extrem leise und dumpf. Dies liegt jedoch am damaligen schlechten Aufnahmeverfahren – immerhin wurde das Bestmögliche herausgeholt und ich bin froh, dass keine Neusynchronisation stattfand (mit Grausen denkt jeder Disneyfan zurück an die zweite Vertonung von „Arielle, die Meerjungfrau“ aus dem Jahr 1998, die dermaßen schlecht ist, dass man den Film nur noch im englischen Original anschauen kann!).

Fazit:

„Peter Pan“ ist ein Must-See für die jüngsten bis hin zu den ältesten Familienmitgliedern. Kaufen, bevor das Meisterwerk für weitere sieben Jahre wieder im Disney-Tresor verschwindet… ach ja: Und „Peter Pan 2 – Neue Abenteuer in Nimmerland“ getrost im Geschäft liegen lassen. Nicht mehr als ein müder Aufguss mit fader Story und schlechten Animationen.

Der Geschenk-Tipp zum Nikolaus: Die Muppets Weihnachtsgeschichte auf DVD

Von Benjamin Vahldiek

Rechtzeitig zum Fest hat Disney sie noch einmal neu aufgelegt: „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ auf DVD. Und wer diesen Klassiker noch immer nicht im Regal stehen hat, der sollte nun endlich zuschlagen: Zwar kennt man Charles Dickens Geschichte „A Christmas Carol“ um den geizigen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge, der in der Nacht vor Weihnachten von den Geistern seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heimgesucht und zu einem besseren Menschen gemacht wird, in unzähligen Varianten – aber so, wie Brian Henson, Sohn des legendären und viel zu früh verstorbenen Jim Hensons, den Stoff für die Leinwand umgesetzt hat, wurde sie noch nie angegangen. Und obwohl der Film von 1992 bereits über zehn Jahre auf dem Buckel hat, konnten ihm auch spätere Versionen nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen.

Wer bitte ist Jim Carrey, der jüngst Scrooge verkörperte, wenn man hier den fantastischen Oscar-Preisträger Sir Michael Caine bewundern kann!? Obwohl dieser umgeben ist von einer bunten und verrückten Muppet-Crew, gibt er die Rolle des verbitterten, einsamen Mannes ernsthaft und würdevoll. Das ist fantastische Schauspielkunst! Absolut bewegend, wie er im Finale seiner tragischen Zukunft ins Auge sehen muss und verzweifelt darum fleht, eine letzte Chance zu erhalten. Caine allein ist Grund genug, dass „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ nicht nur bei Kindern funktioniert, sondern ein grandioser Filmspaß für die ganze Familie ist.

Aber auch ansonsten wurde alles richtig gemacht: Es gibt einen tollen, stimmungsvollen Soundtrack, liebevoll gestaltete Kulisse, eine erfreulich unhektischen Erzählweise – und natürlich einem Star-Ensemble aus Schaumstoff und buntem Kunstfell: Alle sind sie vertreten – Kermit, der Frosch, als Scroodges Neffe Bob Cratchit , Schweinedame Miss Piggy als dessen Frau, Gonzo und Rizzo Ratte als Erzählerpaar Mister Dickens und Begleiter, die beiden grummelnden Senioren Statler und Waldorf als Geister und so weiter und so weiter… die Liste lässt sich nahezu endlos fortsetzen.

Fazit:

„Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ ist die wohl verrückteste und liebevollste Verfilmung der berühmten Literaturvorlage und nicht nur für Fans der Muppet Show ein echter Leckerbissen zur festlichen Jahreszeit. Geeignet für die Kleinsten bis hin zu den Großeltern. Ein toller DVD-Nachmittag mit Weihnachtsplätzchen, Stollen und Bratapfel für die ganze Familie ist garantiert!

KidsDeal-Gewinnspiel: 2 x 2 Eintrittskarten für „Das tapfere Schneiderlein und die mutige Prinzessin“

Vom 12. bis 19. Dezember erleben Kinder und deren Eltern im Dock 11, in der Kastanienallee 79 in Berlin, ein Weihnachtsmärchen der besonderen Art. Passend zum Grimm-Jahr erwartet sie mit „Das tapfere Schneiderlein und die mutige Prinzessin“ ein starker Held, der im Laufe der Geschichte über sich selbst hinauswächst, eine freche Prinzessin, eine taube Taube, riesige Riesen, ein einsames Einhorn, eine wilde Wildsau, ein habgieriger Prinz und jede Menge Fliegen. Unglaublich rasant und voller Energie entführen die Zwillinge Laura und Lisa Quarg, die alle Rollen selbst spielen, kleine und große Zuschauer in die von Tobias Bungter verfasste moderne Adaption des Märchens der Brüder Grimm.

Neben der bekannten Schneiderlein-Thematik, will die Produktion auch auf aktuelle soziale Probleme hinweisen. Die tapferen Schneiderlein von heute sind Kinder, die zu einem Hungerlohn die Kleidung der Mode-Discounter nähen. Diese politische Komponente steht zwar nicht im Vordergrund, ist aber doch stets präsent und soll vor allem die Eltern zum Nachdenken anregen. Ein Erlebnis für die ganze Familie, geeignet für Kinder ab 5 Jahren.

Karten bekommt man allen bekannten Vorverkaufsstelle, im Dock 11 und im Spielzimmer in der Schliemannstraße 37, Berlin.

KidsDeal verlost 2 x 2 Eintrittskarten

… für die Vorstellung am Sonntag, 16. Dezember, um 17 Uhr. Einfach eine Mail mit dem Stichwort „Gewinnspiel“ und vollständiger Adresse senden an info(at)kidsdeal.de.Die Gewinner werden schriftlich informiert. Teilnahmeschluss: Montag, 10. Dezember. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Synchron-Schauspielerin Arianne Borbach: Spielen für Kinder macht Spaß!

Von Benjamin Vahldiek

Sie ist Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones, Milla Jovovich, Cate Blanchett oder Tilda Swinton in einer Person…

Nein, die Dame ist nicht schizophren. Sie ist Schauspielerin. Und sie ist die deutsche Synchronstimme vieler Superstars. Ich rede von Arianne Borbach, die bereits über 500 Synchronrollen gesprochen hat…

und die ich interviewen durfte!

::

::

Die vielseitige Künstlerin wurde auf dem Nationalen Spielfilmfestival der DDR als beste Darstellerin ausgezeichnet und erhielt 2009 den Synchronpreis “Die Silhoutette” für herausragende schauspielerische Leistung im Film “Der Nebel”. Klingonische Sätze lieferte sie bei ihrer Arbeit für “Raumschiff Voyager” ab.

Auch Kindern und Jugendlichen dürfte ihre Stimme bestens bekannt sein: In der TV- und Hörspielserie “Bibi und Tina” spricht sie die resolute Reiterhof-Besitzerin Susanne Martin, im Zeichentrick-Hit “Jim Knopf” gab sie grandios eine Dämonenschwester und in den aufwendig produzierten Audio-Abenteuern von Titania Media (z. B. Gruselkabinett) ist sie in vielen Hauptrollen als Geist, Vampir oder Geliebte zu hören.

Zahlreiche weitere Hörspiel- und Fernsehrollen (“Wolffs Revier”, “SOKO 5113″, “Unser Charly”, “Hallo, Oncel Doc”) kommen hinzu.

Welches sind die Helden deiner Kindheit? Warum?

Auweia! Sorry, aber das weiß ich so aus dem Kopf nicht. Einige jedenfalls. In der DDR haben wir wunderbare Hörspiele produziert. In besonderer Erinnerung geblieben ist mir zum Bespiel „Das hässliche junge Entlein“, die Geschichte der alten Ente, die mal eine Affäre mit dem schönen Schwan hatte. Sehr rührend und lustig! (Sie fängt an zu schnattern) „Ich bin `ne alte Ente!“ Leider besitze ich diese Aufnahme nicht mehr. Hab die Kassette mal verschenkt und nie wiederbekommen.
Auch hab ich auch die Schallplatte vom „Feuerzeug“ leider nicht mehr. Die Inszenierung war von AMIGA – das war auf der Rückseite vom Reichstagsgebäude, wo du dich ausweisen musstest, weil es ja im Sperrgebiet lag. Da gab ich die herumwundernde Prinzessin und der großartige Hans-Jürgen Hürrig den Helden. Ich dachte nur „Wo bin ich? Was geschieht mit mir?“

Naja, und dann durfte ich vor einigen Wochen „Bettina bummelt“ für eine CD lesen. Elizabeth Shaw. Eine ganz kurze liebevolle Geschichte.

Als die Anfrage von „Lübbe“ kam, konnte ich nur antworten: „Herzlich gern! Und Sie brauchen mir auch nicht den Text zu senden“. Denn ich besitze das Buch „Mehr Geschichten für Kinder“ selbstverständlich.
Ich möchte dazu sagen, dass ich ein Jahr ehrenamtlich über das Bürgernetzwerk Bildung in einer Kita als Lesepatin gearbeitet hab, und „meine“ kleinen Mäuse „Der kleine Angsthase“ sowas von geliebt haben! Sie wollten die Geschichte immer und immer wieder vorgelesen bekommen.

Was ist das Besondere an deiner Arbeit, wenn Kinder das Publikum sind? Gibt es Unterschiede zur Arbeit mit Skripten für Erwachsene?


Ich war nach dem Studium an der „Schauspielschule Ernst-Busch“  sieben  Jahre am „Zentralen Kinder- und Jugend-Theater der DDR“ in Berlin  – es hieß damals noch „Theater der Freundschaft“). Mein Engagement dort ging bis 1992. Dann hab ich ganz viel gedreht, gearbeitet – und so „nebenbei“ meine beiden Kinder geboren und großgezogen.

Ja! Es gibt natürlich Unterschiede bei bzw. mit der Arbeit für Kinder oder Erwachsene. Ich hab da immer eine besondere Verantwortung gesehen. Wenn du ein Kind bei seinem ersten Theaterbesuch vergraulst, wird es NIE wieder Lust auf Kunst und Kultur haben! Mit meiner Einstellung bin ich leider an diesem Theater angeeckt. Aber ich wollte dort sowieso nicht alt werden.

Gern wird gesagt „Kinder sind ein kritisches Publikum“.  Ha! Was für ein Quatsch! Die sind einfach unverdorben und spüren, wenn du nicht mit deiner ganzen Seele fit bist und Emotionen bloß vorspielst. Dann kann es einem schon passieren, dass ein Saal von 500 Kindern explodiert. Und laut wird! Und dann höre ich noch meine Kollegen: „Ist ja ein Scheißpublikum heute!“… Ich bin gegen Wände gerannt und hab gekämpft.
Ich hab die Gerda in der „Die Schneekönigin“ bestimmt drei Jahre lang gespielt. Eine Rolle, die mir nicht so besonders viel abverlangt hat. Ich fand sie eher nur langweilig. (Arianne reißt die Augen auf und wedelt mit den Armen herum…) „Ooooh! Rumwundern! Wo ist mein Kai?“ Aber die Kinder haben mich zutiefst geliebt!
Lady Milford im Abendspielplan hat mich natürlich mehr herausgefordert. Dennoch: Spielen für Kinder – das macht großen Spaß!

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews mit mehr Infos über „Bibi und Tina“ oder „Titania Hörspiele“.

Da oben leuchten die Sterne: Laternelaufen

Von Benjamin Vahldiek

Um den Martinstag am 11. November herum sieht man sie wieder bei Einbruch der Dunkelheit: kleine Lichter, die sich wie von Geisterhand bewegen. Aber spätestens beim Näherkommen ist klar, dass alles mit rechen Dingen zugeht. Es ist die Zeit der Laternenumzüge.

Besonders die Knirpse aus den Kitas haben ihre helle Freude daran, ihren meist selbstgebastelten Lampion vor sich herzutragen und voller Inbrunst niemals alt werdende Hits zu schmettern wie „Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir…“. Und manch größeres Kind darf – unter Aufsicht von Papi – stolz eine lodernde Fackel in die Höhe halten.

 

Was gehört zu einem tollen Laternenumzug? Kidsdeal verrät es…

 

Zur Einstimmung

Um die Vorfreude auf das leuchtende Ereignis zu steigern, eignet sich hervorragend das Benjamin-Blümchen-Hörspiel „Das Laternenfest“:

Zoodirektor Tierlieb kann kaum noch Futter für die Tiere kaufen! Da bringt Benjamin der kommende Neustädter Laternenumzug auf eine Idee: Nicht nur Kinder, sondern auch Zootiere sollten dabei sein! Gemeinsam könnte man Spenden für den Zoo sammeln. Doch die Feuerwehr verbietet, dass die Tiere Lampions mit brennenden Kerzen tragen. Was nun?

(Inhalt und Cover mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de. Dort auch online erhältlich oder überall im Handel)

Vorbereitung ist alles

Was wäre ein Laternenumzug ohne die passenden Lieder? „Kommt, wir gehen Laterne laufen“, „Sankt Martin“, „Laterne, Laterne“… passende Songs, aber auch Geschichten und Infos zum Lampionfest sowie Bastelideen, findet man zum Beispiel in dem ganz neu erschienenen Buch „Alles für Sankt Martin“ von Martina Baumbach und Marlies Busch.

160 Seiten, ab 4 Jahren, ISBN: 978-3-522-30304-0, Preis: 14,95 € (Cover mit freundlicher Genehmigung von www.thienemann.de)

 

Und danach?

Gibt es natürlich das traditionelle Gebäck, den „Weckmann“. Der kleine Kerl mit Rosinenaugen und Pfeife im Mund wird von vielen Bäckereien als Saisonware angeboten. Ihn vorher mit den Kindern selbst zu backen, ist natürlich viel schöner. Hier gibt es Weckmann-Rezepte.

 

Ach ja… echte Kerze oder Glühlampe?

Keine Frage, der zauberhafte Schein einer echten Kerze ist durch keine Glühlampe zu ersetzen. Sind die Kinder jedoch noch sehr klein oder zappelig , empfiehlt sich das elektrische Licht, damit nichts passieren kann und keine Tränen fließen, wenn die selbstgebastelte Laterne plötzlich in Flammen steht. Elektrolampen für Lampions gibt es mittlerweile schon im Ein-Euro-Shop.

200 Jahre Märchen der Gebrüder Grimm

Von Benjamin Vahldiek

Märchenhafte Tage in Berlin für Jung und Alt!

Schon 200 Jahre sind sie alt, haben aber noch nichts eingebüßt von ihrer Faszination: die Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ von Jacob und Wilhelm Grimm.

Auch heute noch verspüren die Kleinsten ein angenehmes Gruseln, sobald die fiese Hexe aus „Hänsel und Gretel“ die weltbekannt Frage stellt: Knusper, knusper kneischen, wer knuspert an meinem Häuschen? Und aus allen Mündern gleichzeitig folgt die Antwort: Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!

Wenn es schneit, heißt es noch immer, dass Frau Holle fleißig ihre Betten schüttelt (bzw. schütteln lässt, die Dame hat ja Personal!) und in jedem Brunnen könnte ein verzauberter Frosch sitzen, der sich nach einem kräftigen Wurf an die Wand in einen wunderschönen (ledigen!) Prinzen verwandelt.

 

Rottkäppchen kommt aus Berlin

Vom 8. bis 25.11. finden unter diesem Motto in der Hauptstadt die 23. Berliner Märchentage statt.

Zahlreiche Promis lesen Märchen vor, es gibt Ausstellungen von Märchenbüchern und überall Aktionen zum Mitmachen und natürlich diverse märchenhafte Theateraufführungen. Mehr Infos und alle Termine gibt es auf der Website des Veranstalters.

Da gilt für die ganze Familie: Schnell auf nach Berlin, bevor es heißt „Es war einmal…“!

 

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von www.märchenland.de.