Bibi und Tina Folge 72: Der geheimnisvolle Falke… lehrreich und schön!!

Von Benjamin Vahldiek

Das neue Hörspiel vom Martinshof beginnt geheimnisvoll

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Spieldauer: 38 min
Altersempfehlung: ab 6 Jahre

Sprecher:
Bibi Blocksberg:
S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Förster Buchfink: K.-P. Grap
Herr Motzke: F. Ciazynski
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

„Der geheimnisvolle Falke“ wurde in der Bibi-und-Tina-Fangemeinde sehr zwiespältig aufgenommen: Die erste Gruppe schrie „Laaaaangweilig“. Die zweite fand es schön, dass auf Hektik und zu viele kleinere Abenteuer bzw. Stationen innerhalb der Handlung verzichtet wurde. Ich gehöre zur letzteren Gruppe:

Gleich zu Anfang hab ich noch die Augen verdreht – zum gefühlten hundertsten Mal beginnt die Folge mit den bekannten Ausrufen: „Schneller, Amadeus!“ und „Tempo, Sabrina!… Siiiiiieeeeeger!“ Ein Wettreiten, wie originell! Aber ich kann Entwarnung geben, danach kommt wirklich mal was Neues:

An die Entdeckung des Falken schließt sich eine interessante Geschichte an über das Schloss Falkenstein. Vom Grafen höchst persönlich – wie immer sehr gut gesprochen von Eberhard Prüter – erfahren wir zum Beispiel, wie die adelige Residenz zu ihrem Namen gekommen ist. Aber auch Faktenwissen wird in dieser Folge sehr geschickt vermittelt und nicht mit dem Holzhammer in die Geschichte eingebaut: hier logischerweise viel über Falken und deren typischen Verhaltensweisen. Das ist allemal angenehmer als abgedroschene Bibi-und-Tina-Episoden wie „Retten die Biber“, in der Tiere als putzige Häuslebauer mit Hang zu Streichen vermenschlicht werden.

Trotz der knappen Spielzeit nimmt man sich die nötige Ruhe für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Obwohl erst in den letzten Minuten Action aufkommt, wird es keinen Moment langweilig – vorausgesetzt man erwartet keine temporeiche Geschichte mit wilden Reitereinlagen, Gekreische oder Rumgezicke zwischen Bibi und Tina.

Fazit:

Eine wirklich großartige neue Folge, die Eltern nicht nervt und Kindern auf angenehme Art Wissen vermittelt.

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Es ist Winter in Falkenstein, überall liegt Schnee. Als Mikosch zu Besuch kommt, bringt er zur Überraschung aller Skier mit. Er zeigt Bibi, Tina und Alexander, wie man sich darauf von Pferden ziehen lässt. Das „Skijöring“ macht allen riesengroßen Spaß. Doch dann bricht plötzlich eine Schneekatastrophe über Falkenstein herein!

Bibi Blocksberg: Susanna Bonaséwicz
Tina Martin: Dorette Hugo
Alexander von Falkenstein: Sven Hasper
Mikosch: Björn Schalla
Holger: Marius Clarén
Graf von Falkenstein: Eberhard Prüter
Förster Buchfink: Klaus-Peter Grap
Mühlenhofbauer: Gerd Holtenau
Erzähler: Gunter Schoß

Cover und Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Es schneit, es gibt viel zu tun. Rauf auf’s Pferd und los geht’s!

Hmmmm…. Also, ich weiß nicht. Einerseits gibt es bei „Bibi und Tina“ im Gegensatz zu den Serien „Benjamin Blümchen“ oder „Bibi Blocksberg“ so gut wie nie Ausreißer nach ganz tief unten. Und deshalb kann man auch selten etwas falsch machen, wenn man für seine Kinder – oder sich selbst – ein neues Pferde-Abenteuer auswählt.

Auch bei der aktuellsten Episode ist dies der Fall. Von der Stimmung passt „Verloren im Schnee“ natürlich ganz genial zum Januar-Wetter: Bibi, Tina, Alex und der ungarische Reiter Mikosch galoppieren durch den Schnee und geraten ordentlich ins Frieren. Für den Grafen übernehmen sie Katastrophenschutz-Aufgaben und schauen aufgrund eines heftigen Schneetreibens bei den Bewohnern und Tieren Falkensteins nach dem Rechten. Schön dabei ist, dass immer wieder mal an Personen oder Ereignisse aus vergangenen Hörspielen angeknüpft wird, so zum Beispiel an die alte Einsiedlerin Trine auf ihrem abgeschiedenen Hof.

Weniger gefällt dann jedoch die Hektik, in der die Handlung und die einzelnen Stationen abgearbeitet werden: Hier etwas erledigen, dann da noch schnell vorbei und ein bisschen hexen, dies kurz machen – und nach viel zu knappen 40 Minuten ist auch schon wieder Schluss. Ebenfalls hätte eine ausführlichere Einleitung gut getan: Mikosch kommt ja nun nicht gerade oft aus Ungarn zu Besuch nach Falkenstein. Warum er dieses Mal da ist, berichtet der Erzähler lediglich in wenigen Sätzen. Die thematisch recht ähnliche Folge 60 „Wölfe in der Puszta“ ist storytechnisch definitiv runder und lässt genug Platz zur Beschreibung der Situationen und Charaktere.

Die Sprecher jedoch lassen keinerlei Grund zur Klage zu: Alle kennen ihre Texte gut und agieren mit hörbarer Spielfreude. Etwas peinlich für die Älteren wird es immer dann, wenn Dorette Hugo als Tina und Susanne Bonaséwicz als Bibi auf ihren Pferden Amadeus und Sabrina um die Wette reiten und dabei am Kreischen, Jauchzen und Kichern sind. Wenngleich beide Damen trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch sehr jung klingen… in solchen Momenten hört man ihnen durchaus an, dass sie keine Teenies mehr sind.

Wie ich mittlerweite erfahren habe, wird Evelyn Meyka nicht mehr als Reiterhof-Mutter Frau Martin zurückkommen und ab Folge 76 von Arianne Borbach ersetzt, die ja auch in der Zeichentrickserie diese Figur synchronisiert. Auch wenn Arianne eine tolle Sprecherin ist: Ich werde die gute alte Susanne Martin, wie Meyka sie interpretiert hat, vermissen. Bei „Verloren im Schnee“ hat man sich erst einmal damit beholfen, dass man Tinas Mutter über Weihnachten und Silvester zu Tante Paula verfrachtet hat.

Fazit:

Alles schön bei Bibi und Tina. Keine Highlight-Folge, aber kurzweilig und sehr passend für die kalte Jahreszeit. Die Kleinsten können sich mit Mutti oder Vati ins Bett einkuscheln und einer aufregenden Wintergeschichte lauschen – und auch ältere Mädchen und Jungs werden sich alles andere als langweilen. Nett: Als besonderes Extra erfährt man so Einiges über den nicht gerade alltäglichen Pferdesport „Skijöring“.

Synchron-Schauspielerin Arianne Borbach: Spielen für Kinder macht Spaß!

Von Benjamin Vahldiek

Sie ist Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones, Milla Jovovich, Cate Blanchett oder Tilda Swinton in einer Person…

Nein, die Dame ist nicht schizophren. Sie ist Schauspielerin. Und sie ist die deutsche Synchronstimme vieler Superstars. Ich rede von Arianne Borbach, die bereits über 500 Synchronrollen gesprochen hat…

und die ich interviewen durfte!

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Die vielseitige Künstlerin wurde auf dem Nationalen Spielfilmfestival der DDR als beste Darstellerin ausgezeichnet und erhielt 2009 den Synchronpreis “Die Silhoutette” für herausragende schauspielerische Leistung im Film “Der Nebel”. Klingonische Sätze lieferte sie bei ihrer Arbeit für “Raumschiff Voyager” ab.

Auch Kindern und Jugendlichen dürfte ihre Stimme bestens bekannt sein: In der TV- und Hörspielserie “Bibi und Tina” spricht sie die resolute Reiterhof-Besitzerin Susanne Martin, im Zeichentrick-Hit “Jim Knopf” gab sie grandios eine Dämonenschwester und in den aufwendig produzierten Audio-Abenteuern von Titania Media (z. B. Gruselkabinett) ist sie in vielen Hauptrollen als Geist, Vampir oder Geliebte zu hören.

Zahlreiche weitere Hörspiel- und Fernsehrollen (“Wolffs Revier”, “SOKO 5113″, “Unser Charly”, “Hallo, Oncel Doc”) kommen hinzu.

Welches sind die Helden deiner Kindheit? Warum?

Auweia! Sorry, aber das weiß ich so aus dem Kopf nicht. Einige jedenfalls. In der DDR haben wir wunderbare Hörspiele produziert. In besonderer Erinnerung geblieben ist mir zum Bespiel „Das hässliche junge Entlein“, die Geschichte der alten Ente, die mal eine Affäre mit dem schönen Schwan hatte. Sehr rührend und lustig! (Sie fängt an zu schnattern) „Ich bin `ne alte Ente!“ Leider besitze ich diese Aufnahme nicht mehr. Hab die Kassette mal verschenkt und nie wiederbekommen.
Auch hab ich auch die Schallplatte vom „Feuerzeug“ leider nicht mehr. Die Inszenierung war von AMIGA – das war auf der Rückseite vom Reichstagsgebäude, wo du dich ausweisen musstest, weil es ja im Sperrgebiet lag. Da gab ich die herumwundernde Prinzessin und der großartige Hans-Jürgen Hürrig den Helden. Ich dachte nur „Wo bin ich? Was geschieht mit mir?“

Naja, und dann durfte ich vor einigen Wochen „Bettina bummelt“ für eine CD lesen. Elizabeth Shaw. Eine ganz kurze liebevolle Geschichte.

Als die Anfrage von „Lübbe“ kam, konnte ich nur antworten: „Herzlich gern! Und Sie brauchen mir auch nicht den Text zu senden“. Denn ich besitze das Buch „Mehr Geschichten für Kinder“ selbstverständlich.
Ich möchte dazu sagen, dass ich ein Jahr ehrenamtlich über das Bürgernetzwerk Bildung in einer Kita als Lesepatin gearbeitet hab, und „meine“ kleinen Mäuse „Der kleine Angsthase“ sowas von geliebt haben! Sie wollten die Geschichte immer und immer wieder vorgelesen bekommen.

Was ist das Besondere an deiner Arbeit, wenn Kinder das Publikum sind? Gibt es Unterschiede zur Arbeit mit Skripten für Erwachsene?


Ich war nach dem Studium an der „Schauspielschule Ernst-Busch“  sieben  Jahre am „Zentralen Kinder- und Jugend-Theater der DDR“ in Berlin  – es hieß damals noch „Theater der Freundschaft“). Mein Engagement dort ging bis 1992. Dann hab ich ganz viel gedreht, gearbeitet – und so „nebenbei“ meine beiden Kinder geboren und großgezogen.

Ja! Es gibt natürlich Unterschiede bei bzw. mit der Arbeit für Kinder oder Erwachsene. Ich hab da immer eine besondere Verantwortung gesehen. Wenn du ein Kind bei seinem ersten Theaterbesuch vergraulst, wird es NIE wieder Lust auf Kunst und Kultur haben! Mit meiner Einstellung bin ich leider an diesem Theater angeeckt. Aber ich wollte dort sowieso nicht alt werden.

Gern wird gesagt „Kinder sind ein kritisches Publikum“.  Ha! Was für ein Quatsch! Die sind einfach unverdorben und spüren, wenn du nicht mit deiner ganzen Seele fit bist und Emotionen bloß vorspielst. Dann kann es einem schon passieren, dass ein Saal von 500 Kindern explodiert. Und laut wird! Und dann höre ich noch meine Kollegen: „Ist ja ein Scheißpublikum heute!“… Ich bin gegen Wände gerannt und hab gekämpft.
Ich hab die Gerda in der „Die Schneekönigin“ bestimmt drei Jahre lang gespielt. Eine Rolle, die mir nicht so besonders viel abverlangt hat. Ich fand sie eher nur langweilig. (Arianne reißt die Augen auf und wedelt mit den Armen herum…) „Ooooh! Rumwundern! Wo ist mein Kai?“ Aber die Kinder haben mich zutiefst geliebt!
Lady Milford im Abendspielplan hat mich natürlich mehr herausgefordert. Dennoch: Spielen für Kinder – das macht großen Spaß!

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews mit mehr Infos über „Bibi und Tina“ oder „Titania Hörspiele“.

Neu im Oktober: Bibi und Tina 72 „Der geheimnisvolle Falke“, Benjamin Blümchen 121 „Die Fahrrad-Wette“

Pünktlich zum Kindergeburtstag: neue Hörspiele mit Bibi und Co.!

Wie passend, dass mein Patenkind in diesem Monat Geburtstag hat: Dann kann ich ihm die neuen Hörspiele Benjamin Blümchen 121 „Die Fahrrad-Wette“ und Bibi und Tina 72 „Der geheimnisvolle Falke“ schenken – und schon einmal in seinem Kinderzimmer heimlich kompensieren, während sich die Kurzen im Flur den Kochlöffel vom Topfschlagen auf den Schädel hauen und die Erwachsenen ihr Hüftgold in Form von Schwarzwälder Kirschtorte aufstocken.

Benjamin, Otto und Stella stellen fest, in Neustadt gibt es zu wenig Radwege. Doch der Bürgermeister will keine neuen bauen lassen. Er behauptet, das Auto sei das Fahrzeug der Zukunft. Das sehen die Freunde anders und fordern einen Wettkampf: ihr Rad gegen sein Auto. Wenn sie gewinnen, muss er neue Radwege bauen. Top, die Wette gilt!

Ich bin schon jetzt gespannt, wie der dicke sprechende Elefant sich auf dem Rad halten kann, ohne dass dieses zusammenbricht – immerhin mussten in  den Folgen „Als Briefträger“ und „Als Taxifahrer“ extra Fahrzeuge für ihn konstruiert werden…

Super, dass die rasende Reporterin Karla Kolummna und Neustadts Bürgermeisterchen dabei sind – das garantiert einen verbalen Schlagabtausch.

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Bei Bibi und Tina freue ich mich darauf, wieder zum Martinshof zu reisen und mit den beiden sympathischen Heldinnen durch den Falkensteiner Forst zu reiten. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen um Evelyn Meyka alias Tinas Mutter Frau Martin: Auch in dieser Folge ist sie nicht dabei. Ich hoffe, es geht der Schauspielerin gut und sie ist bald wieder mit von der Partie.

Und ich hoffe auch, der erste kleine Partygast heult erst dann, wenn ich beide Abenteuer in Ruhe fertig gehört habe!

(Cover und Inhalt mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de)

Das neue Hörbuch von Bibi und Tina: Die geheimnisvolle Köchin

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina: Lesungen für ältere Kinder

„Meine Schätze sind die Schätze der Erinnerung und der Tradition.“ (Falko von Falkenstein)

2010 war das 30. Jubiläumsjahr der beliebten kleinen Hexe Bibi Blocksberg, die seit 1980 Generationen von Kindern vor den Kassettenrekorder und später auch den Fernseher mit ihren lustigen Streichen und spannenden Hexereien fesselt. Zu diesem freudigen Anlass erweiterte die Produktionsfirma KIDDINX ihr Audio-Portfolio um Hörbücher zu der erfolgreichen Serie sowie zum Spin-Off „Bibi und Tina“. Gegenüber den Hörspielen, die ab 4 Jahre empfohlen sind, richten sich die Hörbücher an ältere Kinder von sieben bis 12.

Weniger ist mehr

Dies zeigt sich schon an der Optik der Hörbücher: Sie präsentieren sich in einer hübschen, stabilen Hülle aus Pappe, die stellenweise mit Glanzlack geschmückt ist; die Titelbilder sind weniger bunt und detailfreudig und passen sehr gut zum reduzierten Konzept. Denn wie es typisch für Hörbücher ist, verzichtet man darauf, Geräusche, Begleitmusik oder mehrere Sprecher einzusetzen. Die Geschichten werden von einem professionellen Schauspieler vorgetragen: Alexandra Wilcke liest die Bibi-Blocksberg-Hörbücher, während Sascha Rotermund die Abenteuer von „Bibi und Tina“ interpretiert. Die neueste Folge mit den beiden Freundinnen trägt den vielversprechenden Titel „Die geheimnisvolle Köchin“ – eine leicht gekürzte Lesung des gleichnamigen Romans von SchneiderBuch auf 2 CDs mit einer Spielzeit von über 150 Minuten.

Ein sonderbarer Gast in Falkenstein

Tante Hedwig aus Kanada hat sich angekündigt, um ihren Geburtstag auf Schloss Falkenstein zu feiern. Jetzt muss eine richtig gute Köchin her! Da taucht wie aus dem Nichts Marie de Remoulade auf, die den Grafen von Falkenstein mit ihren Kochkünsten sofort überzeugt. Auch Bibi, Tina und Alex sind ganz hingerissen – bis auf einmal Tante Hedwigs kostbares Collier verschwindet. Als Marie ebenfalls nicht mehr auffindbar ist, beginnt für Bibi und Tina eine spannende Suche …

(Inhaltsangabe und Foto mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de)

 

Rezension von Benjamin Vahldiek:

Bibi und Tina ausnahmsweise mal nicht als Hörspiel? Keine freudigen Schreie beim Wettreiten von Dorette Hugo („Los, Amadeus!“) oder Susanne Bonaséwicz („Tempo, Sabrina!“)? Keine Pferdegeräusche wie Hufgetrappel oder ein aufgeregtes Wiehern, kein Hex-Hex-Pling-Pling? Stattdessen eine zweieinhalbstündige Lesung durch Sascha Rotermund… wer ist das eigentlich? Und ob mir so etwas gefällt?

Ich lege die erste CD ein und vernehme das bekannte Bibi-und-Tina-Titellied  – allerdings ohne Text. Stattdessen gibt es die Melodie in einer ruhigen Piano-Version. Schön! Ich beginne zu entspannen, bin aber nach wie vor skeptisch. Doch spätestens nach den ersten zehn Sätzen Herrn Rotermunds löst sich diese Skepsis komplett in Luft auf. Er trägt die Story mit warmer und ruhiger Stimme vor. Ich google seinen Namen: Weder mit seinem Gesicht noch der Filmografie oder seinen Hörspiel-Rollen kann ich etwas anfangen. Und das mir, wo ich meinte, jeden noch so kleinen Synchronschauspieler zu kennen! Schon wenige Minuten später wünsche ich ihn in vielen weiteren Produktionen. Wie wunderbar, dass er jeder Figur eine besondere Stimmfärbung verleiht, sich dabei jedoch angenehm zurückhält, so dass Kindern genug Spielraum für die eigene Fantasie bleibt (mit Grausen erinnere ich mich zurück an Rufus Beck, dessen Hang zum Chargieren in den Harry-Potter-Hörbüchern innerhalb kürzester Zeit enervierend wirkte!).

Aber auch wenn die Sprecherleistung nur halb so gut wäre, bietet die Story viel Abwechslung, um alles andere zu sein als langweilig.

Das Mädchen Marie de Remoulade ist ein interessanter und liebenswerter Charakter, wenngleich ich meine, dass die Verwendung von Telling-Names weniger plump sein sollte. Rasende Reporterin Karla Kolumna, Geschäftsmann Herr Schmeichler, Sportlehrerin Frau Laufer – das ist ja alles ganz witzig. Neuerdings wird bei Kiddinx mit Namen wie Klamottiana (der Mode-Hexe aus „Bibi und der Hexenball“) oder eben Marie de Remoulade für die junge Köchin jedoch für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr mit dem Holzhammer gearbeitet.

Warum benimmt Marie sich so sonderbar? Welches Geheimnis hat sie? Lange bleibt es spannend, so dass der erste Teil wie im Flug vergeht. Die Auflösung präsentiert sich auf der zweiten CD. Natürlich verrate ich an dieser Stelle nichts, kann aber sagen, dass sie schlüssig und für junge Hörer gut nachvollziehbar ist – vor allem auch deshalb, weil im Hörbuch im Gegensatz zum Hörspiel viel mehr Raum für innere Monologe und die Beschreibung von Gewissenskonflikten vorhanden ist. Somit lernt man seine Helden auch einmal von einer ganz anderen Seite kennen, zum Beispiel als von Bibis Zweifeln berichtet wird, ob sie Tina erzählen soll, dass ihre Hexennase juckt, wenn sie an Marie denkt.

Große und kleine Pferde-Fans werden sicherlich ein wenig enttäuscht sein, dass weder der Reiterhof noch die tierischen Lieblinge eine große Rolle spielen, dafür finden einfach zu große Teile der Handlung auf dem Schloss statt. Wer also hauptsächlich zu „Bibi und Tina“ aufgrund dieser Thematik greift, sollte zumindest vorab in die Geschichte hinein hören. Schade ist auch, dass sowohl Falko von Falkenstein als auch Tinas Mutter Frau Martin untypisch reagieren, was wohl damit zusammenhängt, dass mehrere Autoren an der Serie schreiben: Warum zeigt der ansonsten so reservierte und misstrauische Graf Marie bereitwillig seine Schatzkammer? Und weshalb verrät Susanne Martin der Köchin ihr streng vertrauliches Butterkuchen-Rezept? Hier hätte ich mir etwas mehr Sorgfalt bei der Charakterzeichnung gewünscht.

„Eigentlich haben wir alle drei ziemlich viel Glück. Komischerweise meint man immer, andere haben es besser.“ (Bibi)

Aber genug gemeckert: Alles in allem bietet „Die geheimnisvolle Köchin“ eine spannende Geschichte, die durch Sascha Rotermund hervorragend vorgetragen wird. Ich zumindest habe jetzt große Lust auf weitere Kiddinx-Hörbücher.

Super! Eine klare Kaufempfehlung!

 

Erschienen bei: KIDDINX

Spieldauer: 153 min

Altersempfehlung: ab 7 Jahre

EAN: 4001504231088

 

Autor: Stephan Gürtler
Regie: Angelika Maiworm
Redaktion: Jutta Dahn
Produktion: Gabi Salomon
Ton: Carsten T. Brüse
Schnitt: Brigitte Brüse
Titelbild: Wolfgang Looskyll
Illustrationen: Wolfgang Looskyll / Linda Kohlbaum
Grafik: a1grafik / A.Benhidjeb

Gelesen von Sascha Rotermund

Im Galopp ins Abenteuer…

Bibi und Tina Folge 71: „Falsches Spiel mit Alex“

Mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Bibi, Tina und Alex freuen sich auf das Falkensteiner Distanzreiten. Sie wollen als Team antreten. Da kommt Elisabeth, die Tochter einer Freundin des Grafen, überraschend zu Besuch. Sie will ebenso beim Rennen mitmachen, aber alleine geht das nicht. Also beschließt sie, Alexander für sich zu gewinnen. Ob ihr das gelingt?

Rezension von Benjamin Vahldiek:

Ende der 80er Jahre war die Welt für uns Kinder noch in Ordnung: Wir hatten weder Internet noch Handy, über neue Produkte erfuhren wir erst durch Werbung in der Zeitung bzw. im Fernsehen. Oder aber wir entdeckten tolle neue Sachen direkt im Schaufenster. So war es bei mir mit der Hörspielfolge „Bibi Blocksberg auf dem Reiterhof“, die plötzlich in den Auslagen des Kassettenhändlers meines Vertrauens lag.

Meine kleine Lieblingshexe wird ihrem Besen „Kartoffelbrei“ untreu, um sich auf einen Pferderücken zu schwingen? Oh je, das ist doch Mädchenkram!

Zum Glück konnten sich meine Vorurteile nicht bewahrheiten: Regisseur Ulli Herzog, der die Geschichten der Bibi-Erfinderin Elfie Donnelly weitererzählte, schuf eine wunderbare ländliche Parallelwelt zum urbanen Neustadt und führte mit Reiterhof-Familie Martin sowie dem Grafen von Falkenstein samt „Söhnchen“ Alex vielschichtige neue Charaktere. Finanzielle Probleme, Familienzusammenhalt oder der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur waren genauso präsent, wie das „Mädchenthema“ Pferde.

Nach drei Reiterhofgeschichten, die innerhalb der Bibi-Blocksberg-Reihe erschienen, entstand 1991 mit „Bibi und Tina“ eine mehrfach preisgekrönter Spin-Off, der sich noch heute großer Beliebtheit erfreut – nicht nur bei kleinen Mädchen, sondern auch bei deren Brüdern… und Eltern!

Mit „Falsches Spiel mit Alex“ ist jüngst die bereits 71. Bibi-und-Tina-Folge herausgekommen. Und es ist bemerkenswert, wie frisch die Serie nach über 20 Jahren noch ist und welch hohe Qualität die Drehbücher haben. Während ich bei Kiddinx´ großem, grauen Helden Benjamin Blümchen bedaure, dass sich die Geschichten im Gegensatz zu damals sehr stark vereinfacht haben, um eine noch jüngere Zielgruppe anzusprechen und während bei Bibi Blocksbergs Solo-Abenteuern leider keine parallelen Handlungsstränge mehr stattfinden, bietet „Bibi und Tina“ noch immer das, was die Reihe schon damals ausmachte: Die Dialoge sind glaubwürdig, Konflikte oder Unvorhergesehenes verhindern eine zu geradlinige Erzählweise. Man lässt sich Zeit für ruhige Momente, Gespräche zwischen den Freundinnen Bibi und Tina, Beschreibungen von Charakteren, Orten und Stimmungen. All dies sorgt dafür, dass Kinder sich die akustische Reiterhof-Welt bildhaft sehr gut vorstellen können und eine Beziehung zu den Figuren aufbauen – mehrfaches Anhören ist garantiert.

„Falsches Spiel mit Alex“ bietet einen ausgewogenen Mix aus vertrauten und neuen Elementen: Ein Distanzreiten fand zuvor in der Serie noch nicht statt (und so habe sogar ich noch etwas dazugelernt!) und mit Elisabeth lernen wir eine weitere Verwandte des Grafen Falko von Falkenstein kennen. Vertraut hingegen – zum Beispiel aus Folgen wie „Der Liebesbrief“ oder „Die falsche Freundin“ – sind Themen wie Tinas Eifersucht, Missverständnisse und kleinere Intrigen. Dies stört jedoch in keiner Weise und es ist schön, dass es nach einigen Folgen, in denen alle möglichen Waldtiere im Vordergrund standen, wieder „menschelt“ und knistert. Ohne zu viel von der Handlung zu verraten: Im Finale geht es noch höchst turbulent zu.

Bis auf Joachim Nottke hören wir noch immer die Stammschauspieler: Sie alle machen ihre Sache sehr gut und kennen ihre Texte. Während in vielen aktuellen Zeichentrick-Sendungen eine überdreht-quietschende Synchronisation an der Tagesordnung ist, achtet Kiddinx bei „Bibi und Tina“ auf Authentizität, so dass Kindern eine Identifizierung mit den Charakteren leicht gelingt. (Kritisch sei angemerkt: Warum findet dies nicht auch wieder verstärkt bei „Benjamin Blümchen“ statt? Hier fallen seit einiger Zeit Übertreibungen bei der Betonung oder der Ersatz von wirklichen Tiergeräuschen durch Sprecher, die diese mehr schlecht als recht nachahmen müssen, negativ auf.)

Leider kann mich „Elisabeth“ Ina Gercke nicht überzeugen: Ihre Sätze klingen zum Teil abgelesen und ihre leicht kratzige Stimme passt eher zu einer kleinen Hexenfreundin Bibis als zu meiner Vorstellung einer „höheren Tochter“ von 14 Jahren. Schade auch, dass dieses Mal die hervorragende Evelyn Meyka als Frau Martin nicht dabei ist, allerdings tröstet der Gastauftritt Lutz-„Jan-Tenner“-Riedels ein wenig darüber hinweg.

Alles in allem handelt es sich bei Folge 71 um ein gelungenes neues Abenteuer der beiden Freundinnen: Die Handlung ist gewaltfrei und Kindern wird aufgezeigt, dass sich Ehrlichkeit am Ende immer auszahlt.

„Falsches Spiel mit Alex“ ist ab sofort überall im Handel oder direkt im Kiddinx-Shop erhältlich.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre

Buch: Markus Dittrich
Regie: Angelika Maiworm

Sprecher:

Bibi Blocksberg: Susanna Bonaséwicz
Tina Martin: Dorette Hugo
Alexander v. Falkenstein: Sven Hasper
Graf v. Falkenstein: Eberhard Prüter
Elisabeth v. Thurm: Ina Gercke
Friedhelm v. Strauch: Lutz Riedel
Erzähler: Gunter Schoß

Bild und Inhaltsangabe mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de