Schauspielerin Arianne Borbach im Interview Teil 2: Barbie, Bibi, Sherlock Holmes…

Von Benjamin Vahldiek

Die vielbeschäftigte Schauspielerin Arianne Borbach ist nicht nur im Synchrongeschäft gefragt (unter anderem leiht sie Hollywood-Stars wie Catherine Zeta-Jones, Demi Moore oder Helen Hunt ihre Stimme), sondern auch in Hörspielen. Diverse große Rollen hat sie bereits interpretiert. Nachdem der ersten Teil des Interviews schon hier veröffentlicht wurde, geht es heute um Ariannes Arbeit rund um tolle Produktionen für Kinder und Jugendliche.

 

Wer waren die Helden deiner Kindheit?

Wir haben viele Schallplatten gehört. Die allerliebste war uns vier Schwestern und meinen Eltern „Märchen aus aller Welt“. Und darauf besonders „Das Katzenhaus“. Wunderbar! Wir haben sie oft in den kalten Monaten am Wochenende gemeinsam bei Kerzenschein gehört. Noch heute wird in passenden Momenten daraus rezitiert. Dann erinnere ich mich sehr gern an die Nachmittage, an denen ich als erste aus der Schule kam. Da lief jeden Tag auf dem „Berliner Rundfunk“ ein Kinderprogramm und ich glaube, es gab dreimal die Woche sogar Hörspiele. Da hab ich mich in die Küche verzogen, mir „heimlich“ ein Bratbrot gemacht und es genossen. Na, und dann natürlich am Samstagnachmittag „Professor Flimmrich“ im Fernsehen: Wwas liefen da für liebevolle Kinderfilme! Die russischen und tschechischen Märchen! Ich weiß nicht, wie oft wir „Abenteuer im Zauberwald“ gesehen haben.

Barbie, Benjamin Blümchen, Bibi & Tina und viel mehr…

In welchen Produktionen für Kinder hast du schon gesprochen?

Oh, in einigen! Oft und gern werde ich besetzt in den „Barbie“-DVDs, als eine gute Fee oder sowas ähnliches. Auch bei „Benjamin Blümchen“ bin ich auf einer DVD als ganz kranke Mutti zu hören. Es ist die Weihnachtsfolge „Die Eisprinzessin“. Und relativ stolz bin ich auf „Träumereien an französischen Kaminen“ vom Hörspiellabel Titania. Da lesen verschiedene Schauspielkollegen Märchen… und ich bin auch dabei und interpretiere zwei davon.

Worin liegt der Unterschied zwischen Synchronisierung und dem Sprechen in einem Hörspiel?
Beim Hörspiel kann ich selbst kreativ sein, mir überlegen, wie ich eine Figur anlegen möchte. Das kommt dem Theater schon näher… am Theater hab ich zum Beispiel viele Jahre die böse Fee in „Dornröschen“ gespielt. Und da musste ich mir genau überlegen, wie ich darstellen kann, warum sie so furchtbar und grausam ist. Schließlich kommt ja kein Mensch als Schurke auf die Welt. Ich hab es also geschafft zu zeigen, dass sie einfach nur zutiefst verletzt und beleidigt war, dass man sie ausgeladen hatte und dass sie aber eigentlich nur ein kleines Würstchen ist…

Im Synchron habe ich ein fertiges Werk vor mir, dem ich möglichst nahe kommen muss. Aber nicht einfach nur „nachäffen“- ich muss die Darstellung meiner ausländischen Kollegin (Catherine Zet- Jones oder Cate Blanchett) ja über die Stimme, mit meinen Emotionen und meiner Seele füllen – aber ich bin natürlich aufgrund der Vorlage schon sehr eingeschränkt. Dennoch glaube ich, dass man hören kann, ob ein Synchronsprecher fühlt, was er spielt, oder ob es „einfach nur Technik“ ist…

Ob du es glaubst oder nicht: Manchmal hab ich nach der Arbeit Muskelkater vom Synchronisieren, weil ich mich ja vorm Mikro nicht bewegen darf, mein Körper sich aber im Geist bewegen muss. Hört sich komisch an! (Nö, tut es nicht! Anmerkung Red.)

Anspruchsvolle Hörspiele für Kinder und Erwachsene: Arianne bei „Titania“

An der Hörspielarbeit beim Label „Titania“, wo ich ja schon viele Rollen gesprochen habe – zum Beispiel oft in der Serie „Gruselkabinett“ -, mag ich besonders, dass da Menschen mit viel Herzblut arbeiten und nicht einfach nur abliefern oder den Blick stur auf den Profit richten.

Mit Marc und Stephan, den Titania-Produzenten, verbindet mich auch sehr viel. Ich schätze ihre absolute Hingabe zu ihren jeweiligen Arbeiten und die Verehrung „ihrer“ Schauspieler. Das ist durchaus nicht branchenüblich. Vor unserer ersten gemeinsamen Arbeit („Die Familie des Vampirs“) rief mich Stephan an und fragte mich, ob er mir eine CD schicken dürfe und wenn ich mit der Arbeit einverstanden sei, ob sie mich dann auch bitten dürften, eine Rolle bei ihnen zu spielen. Das war nicht anbiedernd sondern hochachtungsvoll. Und das fühlt sich sehr angenehm an. Ich fühl mich geborgen und bin somit viel freier bei der Arbeit und kann mich auch mehr öffnen. Da sie wissen, dass ich ein großer Fan ihrer Produktionen bin, erhalte ich jede CD von ihnen… musste schon neue Regale kaufen! “Gruselkabinett“, die „Anne“-Serie“ „Sherlock Holmes“ – ich habe sie alle. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich ihnen meine Meinung und bedenke sie natürlich mit Urlaubskarten und Adventskalendern. Denn es freut mich zu sehr, wenn ich höre, was sie aus vielen meiner Kollegen herauskitzeln und ich diese wiederum neu schätzen lerne.

Der Dauerbrenner für Pferdefans: „Bibi und Tina“ – Arianne als Frau Martin

Von „Kiddinx“, wo ich ja bei „Bibi und Tina“ die Frau Martin bin, bekomme ich immer Geburtstags- und Weihnachtskarten – von allen Mitarbeitern signiert. Und zu meiner Hochzeit gab es einen riesengroßen Blumenstrauß.

Zu guter Letzt: Der Arbeitsablauf und –aufwand bei Kiddinx ist unvorstellbar… zum Beispiel die „Bibi und Tina“-Zeichentrickfolgen… bevor die einzelnen Folgen richtig gezeichnet werden, geht es erst einmal so los: Wir nehmen das Layout alle gemeinsam auf, haben ein Script mit den Skizzen für jede einzelne Einstellung vor uns mit zweisprachigem Text (weil natürlich nicht in Deutschland, sondern in Asien animiert wird), damit wir beispielsweise Entfernungen der Figuren sehen können, die konkret vorgestellten Situationen oder wie besorgt oder verwundert oder sonst etwas Frau Martin in der konkreten Szene gerade ist. Dann wird das alles in den Zeichentrickstudios fertiggestellt auf Basis unserer Sprachaufnahmen. Anschließend kommt das Material wieder zurück zu Kiddinx. Und dann werden wir nach einem halben Jahr nochmal vors Mikro gebeten, wenn Animationen arg asynchron geworden sind oder die Bilder doch anders aussehen, als das, was wir im Layout gemacht haben. Hinter einer Folge steckt so viel Arbeit… Dass dabei noch Gewinn herausspringt… Aber wahrscheinlich bin ich zu naiv. (lacht)

Vielen Dank, liebe Arianne, für dieses ausführliche Interview und weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit!

 

 

Arianne Borbach im KidsDeal-Interview

Von Benjamin Vahldiek

Sie ist Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones, Milla Jovovich, Cate Blanchett oder Tilda Swinton in einer Person…

Nein, die Dame ist nicht schizophren. Sie ist Schauspielerin. Und sie ist die deutsche Synchronstimme vieler Superstars. Ich rede von Arianne Borbach, die bereits über 500 Synchronrollen gesprochen hat…

und die ich bald interviewen darf!

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Die vielseitige Künstlerin wurde auf dem Nationalen Spielfiilmfestival der DDR als beste Darstellerin ausgezeichnet und erhielt 2009 den Synchronpreis „Die Silhoutette“ für herausragende schauspielerische Leistung im Film „Der Nebel“. Klingonische Sätze lieferte sie bei ihrer Arbeit für „Raumschiff Voyager“ ab.

Auch Kindern und Jugendlichen dürfte ihre Stimme bestens bekannt sein: In der TV- und Hörspielserie „Bibi und Tina“ spricht sie die resolute Reiterhof-Besitzerin Susanne Martin, im Zeichentrick-Hit „Jim Knopf“ gab sie grandios eine Dämonenschwester und in den aufwendig produzierten Audio-Abenteuern von Titania Media (z. B. Gruselkabinett) ist sie in vielen Hauptrollen als Geist, Vampir oder Geliebte zu hören.

Zahlreiche weitere Hörspiel- und Fernsehrollen („Wolffs Revier“, „SOKO 5113“, „Unser Charly“, „Hallo, Oncel Doc“) kommen hinzu.

Ich freue mich besonders, Arianne Fragen zu den neuesten Abenteuern von „Bibi und Tina“ zu stellen und zu erfahren, was das Besondere daran ist, speziell für Kinder zu spielen.

Wer etwas Konkretes von Arianne erfahren möchte, der melde sich bei mir oder trägt seine Frage hier ins Kommentarfeld ein. Ich werde sie ihr dann gern stellen! 🙂