Disney’s „Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew“ auf DVD. Das Warten hat ein Ende!

Käpt’n Balu – „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ war gestern…

Na, das wurde aber auch langsam Zeit: Endlich, endlich, endlich gibt es ein weiteres Zeichentrickserien-Highlight aus Disney’s Kreativschmiede auf DVD zum immer wieder Ansehen!

„Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew“, das war einer DER Klassiker zur Mitte der 90er-Jahre im „Disney Club“ der ARD und wurde eigentlich nur noch getoppt von den „Duck Tales“, der „Gummibärenbande“ und vielleicht noch von „Chip & Chap – Ritter des Rechts“.

Alle tierischen Hauptfiguren basieren auf Charakteren von Disney’s Kult-Animationsfilm „Das Dschungelbuch“. Aber anstelle, dass sie im Urwald faul herumliegen und Bananen in sich hineinzustopfen oder sich das Fell kraulen, geht es in „Käpt’n Balu“ actionlastig zur Sache. Kein Wunder, ist der Bär doch ein waghalsiger Pilot, der die tollsten Kunststücke beherrscht und sich zusammen mit seinem Team gegen die Luftpiraten behauten muss.

Somit werden wilde Verfolgungsjagten präsentiert – mit vielen Schnitten, Szenenwechseln und einigem Geschrei und Gezeter der verrückten Mannschaft. Jüngere Kinder sollten bei all der (witzigen) Hektik also nicht mehr als eine Episode à 22 Minute am Stück schauen, sonst könnte es zu viel des Guten werden. Alle anderen jedoch sitzen mit Papi vor dem Bildschirm und amüsieren sich wie Bolle über Balu und seine Crew!

Die Box beinhaltet auf drei DVDs die ersten 17 Abenteuer der insgesamt 65 Folgen in chronologischer Reihenfolge der US-Erstausstrahlung. Ärgerlich, dass auf eine Gesamtedition verzichtet wurde, aber immerhin hat Disney Deutschland weitere Veröffentlichungen schon angekündigt. Neben diversen anderen Sprachen liegt auch der englische O-Ton vor. Extras sucht man jedoch vergeblich. Auch die Aufmachung lässt zu wünschen übrig: eine einfache Plastikhülle und ein lieblos gestaltetes Cover mit qualitativ miserablen Screenshots auf der Rückseite – das ist alles. Aber egal, denn trotz außen pfui: innen hui!

Fazit:

„Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew“ – das ist Disney-Kult vom Allerfeinsten für Kinder ab 6 Jahren und deren Väter!

Von Benjamin Vahldiek

Benjamin Blümchen 122: „als Polizist“ Schon lange nicht mehr so gelacht!

Die neueste Folge mit unserem Benjamin Blümchen ist urkomisch…

Wachtmeister Krause ist so überarbeitet, er hätte gerne mal einen Tag frei. Kein Problem! Benjamin, Otto und Stella springen für ihn ein. Sie bekommen alles, was ein Polizist so braucht und finden ganz neue Wege, um Falschparker und Raser zur Vernunft zu bringen! Ob sie auch einen lange gesuchten Dieb überführen können?

Spieldauer: 41 min
Altersempfehlung: ab 3 Jahre

Buch: Vincent Andreas

Sprecher:

Benjamin Blümchen: J. Kluckert
Otto: K. Primel
Stella: M. Bierstedt
Karla Kolumna: G. Fritsch
Bürgermeister: R. Hemmo
Pichler: W. Herbst
Wachtmeister Krause: J. Döring
Frau Grimm: D. Rosenthal
Lukas: J. Frenz
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Hui, was ist denn plötzlich bei Benjamin Blümchen los? Nach kleinen Kätzchen, hirnrissigen Spaßmaschinen oder Elefantenköniginnen dachte ich ja, die Serie endgültig abschreiben zu können, dermaßen stark war das Niveau gesunken… das hatte auch nichts mehr zu tun mit einer Hinwendung an ein noch jüngeres Publikum (jetzt schon ab 3 Jahre), es lag an unsäglichen Geschichten und einer für Kiddinx-Verhältnisse miserablen Produktion: Anstatt wie damals echte Tierstimmen vom Band zu verwenden, gaben Menschen Grunz-, Bell- oder Quieklaute von sich (und das mehr schlecht als recht!), die Synchronschauspieler wurden anscheinend dazu angewiesen, besonders übertrieben und infantil zu betonen und dermaßen langsam zu sprechen, dass wohl auch die Kleinsten nach drei Minuten vor Langeweile nach hinten wegkippen…

… aber:

Die letzten Episoden mit dem sprechenden Elefanten sind einfach nur toll und kommen in Bezug auf Sprachspiele und Gagdichte recht nah an die guten alten Folgen der Ur-Autorin Elfie Donnelly heran.

Dies ist auch im neuesten Abenteuer „Benjamin Blümchen als Polizist“ der Fall! Bei so viel witzigen Dialogen ist es ausnahmsweise mal gar nicht störend, dass es wünschenswert wäre, wenn diese wieder in der gewohnt schwungvollen Weise vorgetragen würden, wie man es von früher kennt. Was Benjamin hier alles vom Stapel lässt, ist einfach nur köstlich! Kleine Kostprobe gefällig? Gerne!

Sekretär Pichler ist zu schnell gefahren und fragt ängstlich: „Bekomme ich nun Punkte in Flensburg?“, Benjamin: „Wieso? Wir sind doch in Neustadt!“

Benjamin hat anstelle eines Alibis ein „Alibaba“.

Frau Grimm macht eine Anzeige und füllt dafür ein Formular aus (klar, wir sind ja in Deutschland): „Ich bin 73!“, Benjamin ist irritiert: „Was hat denn das Alter mit dem Fall zu tun? Darf man älteren Menschen eher Gemüse klauen als jüngeren?“

Zu viel verraten möchte ich aber nicht – nur so viel: Folge 122 ist ein richtiges Highlight unter den neueren Episoden und bietet Erwachsenen (Mit-)Hörern richtig viele Gags, die wohl von Kindern noch nicht verstanden werden. Besonders toll ist die Verballhornung des Beamtendeutsch, das Benjamin kurzerhand als albern und zu kompliziert bewertet – die pragmatische Elefantenlösung: Anstelle des Strafzettels mit Bürokratie-Text gibt’s von ihm einen schriftlichen „Rüsselrüffel“, den auch der dümmste Autofahrer versteht. Großartig!

Fazit:

So witzig war Benjamin Blümchen schon lange nicht mehr. Erwachsene werden ihre helle Freude haben, wenn sie gemeinsam mit ihren Kindern vor dem CD-Player sitzen. Ein absolutes Muss!

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 72: Der geheimnisvolle Falke… lehrreich und schön!!

Von Benjamin Vahldiek

Das neue Hörspiel vom Martinshof beginnt geheimnisvoll

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Spieldauer: 38 min
Altersempfehlung: ab 6 Jahre

Sprecher:
Bibi Blocksberg:
S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Förster Buchfink: K.-P. Grap
Herr Motzke: F. Ciazynski
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

„Der geheimnisvolle Falke“ wurde in der Bibi-und-Tina-Fangemeinde sehr zwiespältig aufgenommen: Die erste Gruppe schrie „Laaaaangweilig“. Die zweite fand es schön, dass auf Hektik und zu viele kleinere Abenteuer bzw. Stationen innerhalb der Handlung verzichtet wurde. Ich gehöre zur letzteren Gruppe:

Gleich zu Anfang hab ich noch die Augen verdreht – zum gefühlten hundertsten Mal beginnt die Folge mit den bekannten Ausrufen: „Schneller, Amadeus!“ und „Tempo, Sabrina!… Siiiiiieeeeeger!“ Ein Wettreiten, wie originell! Aber ich kann Entwarnung geben, danach kommt wirklich mal was Neues:

An die Entdeckung des Falken schließt sich eine interessante Geschichte an über das Schloss Falkenstein. Vom Grafen höchst persönlich – wie immer sehr gut gesprochen von Eberhard Prüter – erfahren wir zum Beispiel, wie die adelige Residenz zu ihrem Namen gekommen ist. Aber auch Faktenwissen wird in dieser Folge sehr geschickt vermittelt und nicht mit dem Holzhammer in die Geschichte eingebaut: hier logischerweise viel über Falken und deren typischen Verhaltensweisen. Das ist allemal angenehmer als abgedroschene Bibi-und-Tina-Episoden wie „Retten die Biber“, in der Tiere als putzige Häuslebauer mit Hang zu Streichen vermenschlicht werden.

Trotz der knappen Spielzeit nimmt man sich die nötige Ruhe für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Obwohl erst in den letzten Minuten Action aufkommt, wird es keinen Moment langweilig – vorausgesetzt man erwartet keine temporeiche Geschichte mit wilden Reitereinlagen, Gekreische oder Rumgezicke zwischen Bibi und Tina.

Fazit:

Eine wirklich großartige neue Folge, die Eltern nicht nervt und Kindern auf angenehme Art Wissen vermittelt.

Gregs Tagebuch 1 bis 3: komplett auf DVD

Von Benjamin Vahldiek

Fettnäpfchen? Nein, nein, Greg nimmt gleich die Fritteuse! Die bisherigen sieben Bände von „Gregs Tagebuch“ des Autors Jeff Kinney verkaufte sich in Deutschland bereits fast 3,5 Millionen Mal und gehören damit zu den beliebtesten und erfolgreichsten Jugendbüchern. Kein Wunder, denn was der arme Greg auf seinem Weg zum gestandenen Mannsbild so alles durchmacht, ist aberwitzig und bietet dermaßen viele humorige Facetten, dass auch Erwachsene herzhaft lachen können.

Kongenial für die Mattscheibe umgesetzt wurden Gregs Tagebüchern bis dato in drei Filmen: „Von Idioten umzingelt“, „Gibt’s Probleme?“ und ganz aktuell „Ich war´s nicht!“. Dabei sind besonders die tollen schauspielerischen Fähigkeiten des Titelhelden (dargestellt von Zachary Gordon, bekannt aus „How I met your Mother“) und seinem besten Freund Rupert (Robert Capron, „Duell der Magier“) hervorzuheben. Aus beiden kann wirklich noch etwas ganz Großes im Filmgeschäft werden- Chapeau!

Nun gibt es alle drei Abenteuer als günstige Komplettbox auf DVD mit vielen geschnittenen Szenen und interessanten Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten.

Fazit: 278 Minuten Spaß am laufenden Band mit dem sympathischen Pechvogel Greg. Ein Spaß-Garant für Kinder, ein Schwelgen in Erinnerungen an die eigenen pubertären Verstrickungen für Erwachsene. Klare Empfehlung.

Das Grüffelokind auf DVD und Blu-ray… nun darf der Junior ran!

Nach dem Riesenerfolg der Verfilmung des Kinderbuch-Bestsellers „Der Grüffelo“ wurde Weihnachten 2012 die Geschichte vom „Grüffelokind“ im TV ausgestrahlt und nun auf DVD und Blu-ray nachgereicht:

Das Grüffelokind auf DVD

Der Grüffelo warnt seinen Junior ausdrücklich davor, sich in das Dunkle zu den vielen Bäumen zu begeben. Wenn es nämlich Pech hat, läuft es der gefährlichen Maus über den Weg… und Grüffelo weiß, wovon er spricht, ist er dem monströsen Nager vor einigen Jahren doch selbst schon einmal begegnet. Grüffelo gibt ziemlich an und beschreibt die Maus in schrecklichsten Bildern… aber anstelle sich zu fürchten, wird das Grüffelokind so richtig neugierig und macht sich aus dem Staub, um auf Mäusejagd zu gehen.

Leider ist die Geschichte lediglich 26 Minuten lang, dafür jedoch unglaublich niedlich erzählt und liebevoll animiert. Immerhin gibt es 22 Minuten Bonusmaterial auf der DVD bzw. Blu-ray, so dass Kindern eine knappe Stunde beste, gewaltfreie Unterhaltung geboten wird, bei der auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen. Da tut es fast gar nicht weh, dass mit Christian Ulmen und Heike Makatsch eher prominente als wirklich talentierte Synchronsprecher vor das Mikrofon geholt worden sind.

Fazit: „Grüffelokind“ – ein kurzes, aber sehr spaßiges Vergnügen für Kinder ab 4 Jahre, das ebenfalls Erwachsene amüsieren wird.

Von Benjamin Vahldiek

Star Wars: Erben des Imperiums… tolle neue Hörspielreihe für Kids und Eltern

Von Benjamin Vahldiek

Star Wars… Georg Lucas‘ großer Krieg der Sterne kommt einfach nicht aus der Mode.

Dafür sorgen nicht nur gut geölte Merchandising-Maschinerien. Auch Disney wird jetzt ordentlich dazu beitragen, dass die Abenteuer im Weltall weitergehen – schließlich wurde ja jüngst ein nicht gerade kleiner Betrag für die Rechte gezahlt. Aber so lange die Qualitäts-Messlatte hoch gehalten wird, dürfte alles im grünen Bereich sein.

Und das ist bei der neuen Star-Wars-Hörspielserie „Erben des Imperiums“ von Oliver Döring glücklicherweise der Fall – wer Döring kennt weiß, dass er Entertainment auf höchstem Niveau bietet, ist er doch berühmt für seine mittlerweile über 70 Folgen starke Hörspielumsetzungen der unheimlichen Erlebnisse des Bastei-Heft-Geisterjägers „John Sinclair“ vom Kultautoren Jason Dark.

Ohne Zweifel: „Erben des Imperiums“ wird sowohl den Sohnemann als auch Papa an den CD-Player fesseln, denn kaum eine Science-Fiction-Reihe fasziniert dermaßen generationenübergreifend.

Die bisher im Verlag WortArt erschienenen drei von geplanten vier Folgen bauen aufeinander auf und sind von der Handlung kaum nachvollziehbar, wenn man sie nicht chronologisch hört.

Teil 1: Der Wächter des Mount Tantiss
Teil 2: Das Imperium greift an
Teil 3: Der Zorn des Mara Jade

Alle Episoden bieten eine ordentlichen Spielzeit, viel Action, parallel verlaufende Handlungsstränge, hervorragende Sprecher… Langeweile kommt garantiert nicht auf. Auch sind Musik und Soundeffekte vom Allerfeinsten: Überall knallt und rumst es, Laserstrahlen „zischen“ durch den Lautsprecher… man könnte fast denken, dass man selbst einen der futuristischen Raumgleiter bedient.

Besonders toll: Die Schauspieler für die Hörspielumsetzung wurden zum großen Teil aus der ehemaligen Kinofilm-Synchronriege rekrutiert. Sie leisten eine super Arbeit. Allen voran Sprecherlegende Jürgen Thormann (unter Anderem deutsche Standartstimme von Oscar-Preisträger Sir Michael Caine). „Bibi Blocksberg“ Susanna Bonaséwicz schlüpft wieder in ihre Rolle als Laia und es kommt einem vor, als wäre kein einziger Tag zwischen den damaligen und den aktuellen Aufnahmen vergangen. Auch sind alle anderen Darsteller mit einer gehörigen Portion Spielfreude dabei. Schade ist allerdings, dass separat eingesprochen wurde und man die Dialoge im Anschluss zusammengeschnitten hat. So wird nicht selten aneinander „vorbei betont“. Hier hätte man sich mehr Sorgfalt von Döring gewünscht, dass er das eigentlich besser kann, hat er vielfach bewiesen.

Ansprechende Zeichnungen im Inlay der Star-Wars-Minireihe komplettieren den tollen Eindruck, den das Sciene-Fiction-Ohrenkino hinterlässt.

Fazit:
Für alle kleinen und großen Star-Wars-Fans ein gefundenes Fressen, das gekauft werden muss – da gibt es keine Frage!

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Es ist Winter in Falkenstein, überall liegt Schnee. Als Mikosch zu Besuch kommt, bringt er zur Überraschung aller Skier mit. Er zeigt Bibi, Tina und Alexander, wie man sich darauf von Pferden ziehen lässt. Das „Skijöring“ macht allen riesengroßen Spaß. Doch dann bricht plötzlich eine Schneekatastrophe über Falkenstein herein!

Bibi Blocksberg: Susanna Bonaséwicz
Tina Martin: Dorette Hugo
Alexander von Falkenstein: Sven Hasper
Mikosch: Björn Schalla
Holger: Marius Clarén
Graf von Falkenstein: Eberhard Prüter
Förster Buchfink: Klaus-Peter Grap
Mühlenhofbauer: Gerd Holtenau
Erzähler: Gunter Schoß

Cover und Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Es schneit, es gibt viel zu tun. Rauf auf’s Pferd und los geht’s!

Hmmmm…. Also, ich weiß nicht. Einerseits gibt es bei „Bibi und Tina“ im Gegensatz zu den Serien „Benjamin Blümchen“ oder „Bibi Blocksberg“ so gut wie nie Ausreißer nach ganz tief unten. Und deshalb kann man auch selten etwas falsch machen, wenn man für seine Kinder – oder sich selbst – ein neues Pferde-Abenteuer auswählt.

Auch bei der aktuellsten Episode ist dies der Fall. Von der Stimmung passt „Verloren im Schnee“ natürlich ganz genial zum Januar-Wetter: Bibi, Tina, Alex und der ungarische Reiter Mikosch galoppieren durch den Schnee und geraten ordentlich ins Frieren. Für den Grafen übernehmen sie Katastrophenschutz-Aufgaben und schauen aufgrund eines heftigen Schneetreibens bei den Bewohnern und Tieren Falkensteins nach dem Rechten. Schön dabei ist, dass immer wieder mal an Personen oder Ereignisse aus vergangenen Hörspielen angeknüpft wird, so zum Beispiel an die alte Einsiedlerin Trine auf ihrem abgeschiedenen Hof.

Weniger gefällt dann jedoch die Hektik, in der die Handlung und die einzelnen Stationen abgearbeitet werden: Hier etwas erledigen, dann da noch schnell vorbei und ein bisschen hexen, dies kurz machen – und nach viel zu knappen 40 Minuten ist auch schon wieder Schluss. Ebenfalls hätte eine ausführlichere Einleitung gut getan: Mikosch kommt ja nun nicht gerade oft aus Ungarn zu Besuch nach Falkenstein. Warum er dieses Mal da ist, berichtet der Erzähler lediglich in wenigen Sätzen. Die thematisch recht ähnliche Folge 60 „Wölfe in der Puszta“ ist storytechnisch definitiv runder und lässt genug Platz zur Beschreibung der Situationen und Charaktere.

Die Sprecher jedoch lassen keinerlei Grund zur Klage zu: Alle kennen ihre Texte gut und agieren mit hörbarer Spielfreude. Etwas peinlich für die Älteren wird es immer dann, wenn Dorette Hugo als Tina und Susanne Bonaséwicz als Bibi auf ihren Pferden Amadeus und Sabrina um die Wette reiten und dabei am Kreischen, Jauchzen und Kichern sind. Wenngleich beide Damen trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch sehr jung klingen… in solchen Momenten hört man ihnen durchaus an, dass sie keine Teenies mehr sind.

Wie ich mittlerweite erfahren habe, wird Evelyn Meyka nicht mehr als Reiterhof-Mutter Frau Martin zurückkommen und ab Folge 76 von Arianne Borbach ersetzt, die ja auch in der Zeichentrickserie diese Figur synchronisiert. Auch wenn Arianne eine tolle Sprecherin ist: Ich werde die gute alte Susanne Martin, wie Meyka sie interpretiert hat, vermissen. Bei „Verloren im Schnee“ hat man sich erst einmal damit beholfen, dass man Tinas Mutter über Weihnachten und Silvester zu Tante Paula verfrachtet hat.

Fazit:

Alles schön bei Bibi und Tina. Keine Highlight-Folge, aber kurzweilig und sehr passend für die kalte Jahreszeit. Die Kleinsten können sich mit Mutti oder Vati ins Bett einkuscheln und einer aufregenden Wintergeschichte lauschen – und auch ältere Mädchen und Jungs werden sich alles andere als langweilen. Nett: Als besonderes Extra erfährt man so Einiges über den nicht gerade alltäglichen Pferdesport „Skijöring“.

Hallo Spencer – die „zweite“ Staffel des TV-Kults auf DVD

Von Benjamin Vahldiek

Hallo Leute, von A bis Z, von Eins bis 100, von Norden bis Süden und von Osten bis Westen. Hier bin ich wieder, euer lieber, guter, alter… Spencer!

 

Was waren die frühen 80er Jahre doch für herrliche Zeiten. In unserer Kindheit saßen wir alle pünktlich um 18 Uhr vor der Flimmerkiste und schauten im dritten Programm von Montag bis Mittwoch die „Sesamstraße“ (in der noch solche Größen wie Liselotte Pulver oder Manfred Krug lebten und das altkluge Geschwätz eines Herrn von Bödefeld ertragen mussten oder dem naiven Bären Samson mal wieder die Welt erklären mussten), donnerstags gab es die „Lach- und Sachgeschichten“ mit der Maus und dem Elefanten (Stichwort: „Das war Griechisch!“)… und freitags lud uns die gelbe Klappmaulpuppe Spencer in sein Studio ein.

Um welch ein Wesen es sich bei dem gelben Eierkopf mit kariertem Anzug und Schirmmütze genau handelt, kann ich bis heute nicht sagen. Fest steht, dass Spencer so eine Art Boss über das Runddorf ist, in dem allerlei schräge Bewohner in noch schrägeren Behausungen leben: sei es Poldi, der „schönste Jungdrache der Welt“, der immer wieder kreischte „Ich will dir fressen!“ und in einem Vulkan schläft, Kasimir, das rotbraune Zottelvieh, dessen Wohnung in einem Kastanienbaum per modernen Aufzug erreicht werden kann, oder Lexi, der Klugsch..ßer und Bücherwurm, in seinem zur Bibliothek umgebauten Riesenpilz.

Kabarettist Jochen Busse, bekannt als Moderator von RTLs „Sieben Tage, sieben Köpfe“ oder aus der Comedy-Serie „Das Amt“ zeichnet sich für viele Hallo-Spencer-Drehbücher verantwortlich. Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass es nicht nur die Amis beherrschen, abgedrehte Puppenfilm-Storys für Kinder zu schaffen, die gleichzeitig pädagogisch wertvoll sind: Wenn Spencer sich ein Ei in die Pfanne hauen will, erfährt man im Laufe der Geschichte beispielsweise so einiges darüber, wo es herkommt und welchen Weg es nimmt, bis es in der Küche und schließlich im Magen landet. Die Superhits der dörflichen Rockband „Quietschbeus“ sorgen genauso für Abwechslung wie die Besuche der Außerirdischen Galaktika vom fernen Stern Andromedar, die den Dorfbewohnern nicht selten aus der Patsche helfen muss.

„Hallo Spencer“ hat aber nicht nur Kinder der 80er-Generationen begeistert: Insgesamt 275 (!) Folgen wurden von 1979 bis 2001 produziert. Und vor ca. zwei Jahren war es endlich soweit, dass die erste Staffel auf DVD erschien, so dass Eltern den zeitlosen Kult ihren Kindern präsentieren können.

Keine Ahnung, warum Season 2 so lange auf sich warten ließ – jetzt ist sie jedenfalls zu haben, die Abenteuer mit Spencer, dem grummelnden Schlossherren Nepomuk oder den reizbaren Zwillingsschwestern Mona und Lisa, gehen weiter: 36 Episoden, über 1.000 Minuten… das garantiert für Alt und Jung eine Menge Spaß. Herrlich mitzuerleben, wie Poldi sich von einer Mandelentzündung erholen muss oder die Dorfbewohner mehr schlecht als recht das Märchen „Dornröschen“ aufführen. Tolle, liebevoll gebaute Kulissen und Puppen sowie herrliche Puppenspieler, die alle Dialoge noch live beim Führen ihrer Figuren einsprachen, so dass eine ganz besondere Dynamik zu spüren ist, tragen enorm bei zum TV-Genuss.

Allerdings gibt es bei „Hallo Spencer – die komplette zweite Staffel“ eine fette Kröte zu schlucken: Der Titel ist schlichtweg falsch. Es handelt sich nämlich ganz und gar nicht um alle Folgen aus Staffel 2 – und die Reihenfolge ist auch nicht korrekt, was dazu führt, dass einige Handlungen nicht nachvollzogen werden können. Viele Nostalgie-Fans haben sich deshalb schon beim Herausgeber beschwert – zu recht, wie ich finde: Zwar freue ich mich über neuen Spencer-Stoff, egal aus welcher Staffel und in welcher Chronologie (und so wird es auch allen Kindern gehen, die Spencer lieb gewonnen haben), aber das ist einfach nur Schlamperei, wenn nicht sogar Etikettenschwindel.

Ansonsten:

„Hallo Spencer“ ist eine deutsche Puppenserie für Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene, die auch noch heute absolut begeistert und bisher unerreichbar geblieben ist. Wer mit dem groben Fauxpas der falschen Angaben leben kann, sollte sich unbedingt auch diese zweite Box zulegen.

Fünf Freunde Folge 99: Und der seltsame Leuchtturm.

Mysteriös geht es zu im neuesten Hörspiel der Fünf Freunde.

Von Benjamin Vahldiek

Bei einem Segelausflug geraten die Fünf Freunde in Seenot und können sich nur durch das Licht eines Leuchtturms an Land retten. Auf der Felsenklippe scheinen merkwürdige Dinge vor sich zu gehen. Ein mürrischer Leuchtturmwärter, ein rätselhaftes Feuerschiff, unheimlicher Nebel, mysteriöse Stimmen… Und plötzlich sind Dick und Anne verschwunden und bleiben wie vom Erdboden verschluckt. Eine gefährliche Spurensuche beginnt.

  • Erzähler: Lutz Mackensy
  • Anne: Theresa Underberg
  • George: Alexandra Garcia
  • Julian: Ivo Möller
  • Dick: Jannik Endemann
  • Leuchtturmwärter Mr. Winslet: Eckart Dux

(Inhalt, Cover und Sprecherangabe mit freundlicher Genehmigung von www.kuehlpr.de)

Schon die Inhaltsangabe der neuesten Folge von Enid Blytons berühmten „Fünf Freunden“ lässt es vermuten –  die bewährten und beliebten Elemente finden sich auch diesmal wieder: Ein mysteriöser Leuchtturm lässt Fragen aufkommen, Nebelschwaden und Geisterstimmen sorgen vor allem bei jüngeren Hörern für eine angenehme Gänsehaut…

Ohne große Worte geht es schnell zur Sache. Für Action sorgt der gleich zu Beginn eintreffende Sturm – dass hierbei die Soundkulisse sehr stimmig ist, kennt man von Produktionen aus dem Hause Europa ja nicht anders: Windgeräusche, Donner… alles vorhanden, wunderbar!

Der undurchsichtige Leuchtturmwächter auf der Felseninsel wird gespielt von Eckart Dux. Anscheinend wurde hier gleich „ein Abwasch“ erledigt und Dux hat, als er im Studio war, mehrere Rollen eingesprochen, denn er gibt in der zeitgleich erschienenen Folge 180 von TKKG („Alarm im Raubtierhaus“) einen kauzigen Zoodirektor. Es ist immer wieder angenehm, diesen alten Hörspielhasen zu erleben; seine Figuren gestaltet er liebevoll glaubwürdig – so auch hier.

Die Sprecherleistungen der Hauptrollen sind nach wie vor eher durchwachsen: Theresa Underberg neigt in ihrer Rolle als ängstliche Anne in der Betonung zum Übertreiben, Jannik Endemann und Ivo Möller ähneln sich stimmlich einfach zu sehr, als dass man die Charaktere Dick und Julian gut voneinander unterscheiden könnte.

Dass man auch in Folge 99 auf Karin Lieneweg als Tante Fanny und Andreas von der Meden als Onkel Quentin verzichten muss, ist wirklich ärgerlich – spätestens in der heiß erwarteten Jubiläums-Episode Nummer 100 gehören beide unbedingt zur Partie!

Apropos 99 Folgen: Die Fünf Freunde haben sich in früheren Abenteuern schon durchaus schlauer angestellt. Reichlich blauäugig lassen sie sich dieses Mal vom Leuchtturmwärter übers Ohr hauen. Haben sie denn alles vergessen, was sie bisher in unzähligen Kellergewölben, Geheimgängen oder Schmugglerschiffen erlebt haben? Nun gut, wir wollen mal nicht so sein und drücken ein Auge zu.

Fazit:

Mit kleinen Einschränkungen ist „Und der seltsame Leuchtturm“ ein gelungenes neues Hörspiel aus dem Studio Europa. Jüngere Kinder können sich angenehm gruseln und Ältere erfreuen sich am bewährten Mix der typischen Fünf-Freunde-Elemente. Kein wirklicher Knaller – aber dieser wurde hoffentlich aufgehoben für Folge 100!

Hänsel und Gretel – die Neuverfilmung des Grimmschen Klassikers auf DVD. Oder: das große Fremdschämen

Von Benjamin Vahldiek

Die ARD setzt ja nun schon seit Jahren auf ihre Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“. Pünktlich zu Weihnachten werden dann Neuverfilmungen berühmter oder auch weniger bekannter Märchen ausgestrahlt: Und was da über die Mattscheibe lief, war zum größten Teil unterirdisch schlecht; man erinnere sich nur an Andrea Sawatzki als böse Stiefmutter in „Brüderchen und Schwesterchen“, die so unglaublich chargierte, dass man als Zuschauer ganz nervös wurde, oder an die schrecklich kitschige digitale Blumenwiese aus„Frau Holle“… nein, es ist mir völlig schleierhaft, warum diese Serie so erfolgreich ist und von Kritikern oftmals hoch gelobt wird.

Heute reichts es anscheinend völlig aus, eine Hannelore Elsner in ein mittelalterliches Kleid zu pressen und die böse Fee in „Dornröschen“ spielen zu lassen oder zu zeigen, wie Robert Stadlober als Rumpelstilzchen verkleidet übers Feuer hüpft. Wenn man da an einige der guten alten DDR- oder UdSSR-Produktionen wie „Das Feuerzeug“, „Schneewittchen“ oder „Das singende klingende Bäumchen“ denkt, wird einem richtig weh ums Herz beim Vergleich mit den lieblosen TV-Umsetzungen von heute.
Der Gipfel des schlechten Geschmacks wurde nun an Weihnachten 2012 erreicht – und ich glaube (bzw. hoffe!), schlimmer geht’s nimmer! „Hänsel und Gretel“, eines der schönsten Märchen der Gebrüder Grimm, präsentierte sich als 60-minütiger Total-Flop, bei dem man einfach alles falsch gemacht hat, was falsch zu machen war… irgendwie ist dies ja auch eine Kunst.
Das Desaster geht bei den Darstellern los, erstreckt sich über Bühnenbild und Kostüme und mündet schließlich in hanebüchenen Abweichungen vom literarischen Vorbild:

So gibt Mila Böhning beispielweise eine absolut peinliche Gretel. Sie wirkt viel zu alt und abgebrüht für ihr affektiert-ängstliches Spiel. Getoppt wird sie jedoch von Anja Kling als böse Hexe: Wie Kling die Augen aufreißt, eine Schnute zieht, mit den Armen wedelt, kreischt, hysterisch lacht… all das ist Bauerntheater auf schlechtestem Niveau und verdient die „Goldene Tomate“ für miserables Schauspiel. Zudem muss man sie auch noch in der Rolle der hexischen Zwillingsschwester ertragen – der guten Marie, die auf der Seite von Hänsel und Gretel ist. Hexenschwester? Ja, richtig gelesen! Nichts gegen leichte Abwandlungen, aber eine völlig neue Storyline und neue Hauptcharaktere in diesen Märchen-Klassiker einzubauen, das ist schon sehr arm – besonders dann, wenn diese Änderungen nicht wirklich hätten sein müssen bzw. neue Aspekte oder Intentionen mit sich bringen.

Unterstrichen wird die Ansammlung von Peinlichkeiten durch katastrophale Kostüme (Kling als Hexe sieht aus wie ein 80er-Jahre-Girly mit verrutschten Schulterpolstern, das sich nicht schminken kann) und Bauten (das Hexenhaus besteht aus gut sichtbarem Vollplastik und bekommt mit jeder noch so billigen Hänsel-und-Gretel-Schaufensterdeko bei „Woolworth“ oder „Rudis Resterampe“ ernsthafte Konkurrenz; das Innere des Häuschens ist eine Kreuzung aus U-Boot und Raumpatrouille Orion.

Kurzum: Neue Aspekte, innovative Herangehensweise… alles schön und gut. Was allerdings bei „Hänsel und Gretel“ herauskam ist einfach nur grottig und garantiert mindestens bei Eltern absolutes Fremdschämen, während Kinder wahrscheinlich schnell das Interesse verlieren – wenn nicht sogar ebenfalls peinlich berührt sind.

Fazit: Ich empfehle, um die DVD einen weiten Bogen zu machen. Diese Märchenverfilmung geht gar nicht!!