Die Biene Maja als DVD-Komplettbox

Die Biene Maja auf DVD… was lange währt, wird endlich gut!

Du meine Güte, wie lange habe ich darauf gewartet… Biene Maja, eine DER Kult-Zeichentrickserien, die schon Generationen von Kindern begeistert hat, ist nun als DVD-Komplettbox erschienen: endlich!!!

Zwar kann man die Abenteuer der kleinen Honigbiene schon seit vielen Jahren im Handel erwerben, jedoch gab es immer nur Stückwerk, unvollständige Editionen, popelig wenig Folgen auf einem Silberling – alles für teuer Geld, alles mit dem Hintergedanken, um den Fan so oft wie möglich zur Kasse zu bitten.

Irgendwann fing man an, das Ausgangsmaterial in Bild und Ton zu bearbeiten und die Serie noch einmal herauszubringen. Aber natürlich wieder nicht komplett – warum auch, Kinder sollen ja sowieso nicht so lange vor dem Fernseher hocken! Dass Erwachsene die Episoden jedoch auch für sie portionieren können… das schien man ihnen nicht zuzutrauen! Erst vor einigen Monaten wäre ich fast auf ein dickes Maja-DVD-Paket hereingefallen, das nagelneu im Regal des Medienhändlers meines Vertrauens stand… aber bei genauem Hinsehen entpuppte sich auch dieses als Mogelpackung: Nicht die kompletten, sondern „die schönsten“ Abenteuer waren hier versammelt.

Wahrscheinlich sieht man nun seine Felle wegschwimmen, denn Maja kommt bald als computeranimierte Serie zurück auf den Bildschirm (es bleibt uns auch nichts erspart!). Da holt man noch den letzten Saft aus der Zitrone und erfüllt zähneknirschend den sehnlichsten Wunsch der Fans… nach gefühlten dreitausend Jahren ist sie nun also erschienen: finally die Biene-Maja-Komplettbox!!!

Ich glaube, ich kenne niemanden, der sie nicht mag… und das, obwohl die Animationen unterirdisch sind und Karel Gott das Titellied singt. Aber genau das hat ja auch seinen Charme: Die Anime-Serien aus dieser Zeit vom japanischen Trickstudio Zuiyo Enterprise (später in Nippon Animation umbenannt) haben alle einen Schlager-Smash-Hit zu Beginn, vorgetragen von prominenten Sängern wie Gitti und Erika (Heidi), Katja Ebstein (Niklaas – ein Junge aus Flandern, Perrine), Mary Roos (Pinocchio) oder Joy Fleming (Anne mit den roten Haaren) und die Besonderheit, mit nur einer Zeichnung ganze Romane zu sprechen (man sieht Maja mit offenem Mund und heraus kommt das Satzgebilde: „Willi, wo bleibst du denn? Wir müssen doch nach Hause in den Bienenstock fliegen, sonst wird Fräulein Kassandra böse mit uns!“).

Egal, Kult bleibt Kult – nicht zuletzt wegen der hervorragenden Synchronisation mit Vollblutschauspielern wie Marianne Wischmann, Tilly Lauenstein oder hier dem unvergleichlichen Eberhard Storeck als Willi… in diesem Sinne: „Majaaaaaa! Flieg nicht so schnell, ich hab so viele Pollenklößchen gegessen!“

Fazit: Die Biene Maja… noch immer topaktuell, noch immer für die Jüngsten bis hin zu den Ältesten zum Schlapplachen… und nun erstmalig als Gesamtedition. Kaufen!

Von Benjamin Vahldiek

Fünf Freunde Folge 99: Und der seltsame Leuchtturm.

Mysteriös geht es zu im neuesten Hörspiel der Fünf Freunde.

Von Benjamin Vahldiek

Bei einem Segelausflug geraten die Fünf Freunde in Seenot und können sich nur durch das Licht eines Leuchtturms an Land retten. Auf der Felsenklippe scheinen merkwürdige Dinge vor sich zu gehen. Ein mürrischer Leuchtturmwärter, ein rätselhaftes Feuerschiff, unheimlicher Nebel, mysteriöse Stimmen… Und plötzlich sind Dick und Anne verschwunden und bleiben wie vom Erdboden verschluckt. Eine gefährliche Spurensuche beginnt.

  • Erzähler: Lutz Mackensy
  • Anne: Theresa Underberg
  • George: Alexandra Garcia
  • Julian: Ivo Möller
  • Dick: Jannik Endemann
  • Leuchtturmwärter Mr. Winslet: Eckart Dux

(Inhalt, Cover und Sprecherangabe mit freundlicher Genehmigung von www.kuehlpr.de)

Schon die Inhaltsangabe der neuesten Folge von Enid Blytons berühmten „Fünf Freunden“ lässt es vermuten –  die bewährten und beliebten Elemente finden sich auch diesmal wieder: Ein mysteriöser Leuchtturm lässt Fragen aufkommen, Nebelschwaden und Geisterstimmen sorgen vor allem bei jüngeren Hörern für eine angenehme Gänsehaut…

Ohne große Worte geht es schnell zur Sache. Für Action sorgt der gleich zu Beginn eintreffende Sturm – dass hierbei die Soundkulisse sehr stimmig ist, kennt man von Produktionen aus dem Hause Europa ja nicht anders: Windgeräusche, Donner… alles vorhanden, wunderbar!

Der undurchsichtige Leuchtturmwächter auf der Felseninsel wird gespielt von Eckart Dux. Anscheinend wurde hier gleich „ein Abwasch“ erledigt und Dux hat, als er im Studio war, mehrere Rollen eingesprochen, denn er gibt in der zeitgleich erschienenen Folge 180 von TKKG („Alarm im Raubtierhaus“) einen kauzigen Zoodirektor. Es ist immer wieder angenehm, diesen alten Hörspielhasen zu erleben; seine Figuren gestaltet er liebevoll glaubwürdig – so auch hier.

Die Sprecherleistungen der Hauptrollen sind nach wie vor eher durchwachsen: Theresa Underberg neigt in ihrer Rolle als ängstliche Anne in der Betonung zum Übertreiben, Jannik Endemann und Ivo Möller ähneln sich stimmlich einfach zu sehr, als dass man die Charaktere Dick und Julian gut voneinander unterscheiden könnte.

Dass man auch in Folge 99 auf Karin Lieneweg als Tante Fanny und Andreas von der Meden als Onkel Quentin verzichten muss, ist wirklich ärgerlich – spätestens in der heiß erwarteten Jubiläums-Episode Nummer 100 gehören beide unbedingt zur Partie!

Apropos 99 Folgen: Die Fünf Freunde haben sich in früheren Abenteuern schon durchaus schlauer angestellt. Reichlich blauäugig lassen sie sich dieses Mal vom Leuchtturmwärter übers Ohr hauen. Haben sie denn alles vergessen, was sie bisher in unzähligen Kellergewölben, Geheimgängen oder Schmugglerschiffen erlebt haben? Nun gut, wir wollen mal nicht so sein und drücken ein Auge zu.

Fazit:

Mit kleinen Einschränkungen ist „Und der seltsame Leuchtturm“ ein gelungenes neues Hörspiel aus dem Studio Europa. Jüngere Kinder können sich angenehm gruseln und Ältere erfreuen sich am bewährten Mix der typischen Fünf-Freunde-Elemente. Kein wirklicher Knaller – aber dieser wurde hoffentlich aufgehoben für Folge 100!

Schauspielerin Arianne Borbach im Interview Teil 2: Barbie, Bibi, Sherlock Holmes…

Von Benjamin Vahldiek

Die vielbeschäftigte Schauspielerin Arianne Borbach ist nicht nur im Synchrongeschäft gefragt (unter anderem leiht sie Hollywood-Stars wie Catherine Zeta-Jones, Demi Moore oder Helen Hunt ihre Stimme), sondern auch in Hörspielen. Diverse große Rollen hat sie bereits interpretiert. Nachdem der ersten Teil des Interviews schon hier veröffentlicht wurde, geht es heute um Ariannes Arbeit rund um tolle Produktionen für Kinder und Jugendliche.

 

Wer waren die Helden deiner Kindheit?

Wir haben viele Schallplatten gehört. Die allerliebste war uns vier Schwestern und meinen Eltern „Märchen aus aller Welt“. Und darauf besonders „Das Katzenhaus“. Wunderbar! Wir haben sie oft in den kalten Monaten am Wochenende gemeinsam bei Kerzenschein gehört. Noch heute wird in passenden Momenten daraus rezitiert. Dann erinnere ich mich sehr gern an die Nachmittage, an denen ich als erste aus der Schule kam. Da lief jeden Tag auf dem „Berliner Rundfunk“ ein Kinderprogramm und ich glaube, es gab dreimal die Woche sogar Hörspiele. Da hab ich mich in die Küche verzogen, mir „heimlich“ ein Bratbrot gemacht und es genossen. Na, und dann natürlich am Samstagnachmittag „Professor Flimmrich“ im Fernsehen: Wwas liefen da für liebevolle Kinderfilme! Die russischen und tschechischen Märchen! Ich weiß nicht, wie oft wir „Abenteuer im Zauberwald“ gesehen haben.

Barbie, Benjamin Blümchen, Bibi & Tina und viel mehr…

In welchen Produktionen für Kinder hast du schon gesprochen?

Oh, in einigen! Oft und gern werde ich besetzt in den „Barbie“-DVDs, als eine gute Fee oder sowas ähnliches. Auch bei „Benjamin Blümchen“ bin ich auf einer DVD als ganz kranke Mutti zu hören. Es ist die Weihnachtsfolge „Die Eisprinzessin“. Und relativ stolz bin ich auf „Träumereien an französischen Kaminen“ vom Hörspiellabel Titania. Da lesen verschiedene Schauspielkollegen Märchen… und ich bin auch dabei und interpretiere zwei davon.

Worin liegt der Unterschied zwischen Synchronisierung und dem Sprechen in einem Hörspiel?
Beim Hörspiel kann ich selbst kreativ sein, mir überlegen, wie ich eine Figur anlegen möchte. Das kommt dem Theater schon näher… am Theater hab ich zum Beispiel viele Jahre die böse Fee in „Dornröschen“ gespielt. Und da musste ich mir genau überlegen, wie ich darstellen kann, warum sie so furchtbar und grausam ist. Schließlich kommt ja kein Mensch als Schurke auf die Welt. Ich hab es also geschafft zu zeigen, dass sie einfach nur zutiefst verletzt und beleidigt war, dass man sie ausgeladen hatte und dass sie aber eigentlich nur ein kleines Würstchen ist…

Im Synchron habe ich ein fertiges Werk vor mir, dem ich möglichst nahe kommen muss. Aber nicht einfach nur „nachäffen“- ich muss die Darstellung meiner ausländischen Kollegin (Catherine Zet- Jones oder Cate Blanchett) ja über die Stimme, mit meinen Emotionen und meiner Seele füllen – aber ich bin natürlich aufgrund der Vorlage schon sehr eingeschränkt. Dennoch glaube ich, dass man hören kann, ob ein Synchronsprecher fühlt, was er spielt, oder ob es „einfach nur Technik“ ist…

Ob du es glaubst oder nicht: Manchmal hab ich nach der Arbeit Muskelkater vom Synchronisieren, weil ich mich ja vorm Mikro nicht bewegen darf, mein Körper sich aber im Geist bewegen muss. Hört sich komisch an! (Nö, tut es nicht! Anmerkung Red.)

Anspruchsvolle Hörspiele für Kinder und Erwachsene: Arianne bei „Titania“

An der Hörspielarbeit beim Label „Titania“, wo ich ja schon viele Rollen gesprochen habe – zum Beispiel oft in der Serie „Gruselkabinett“ -, mag ich besonders, dass da Menschen mit viel Herzblut arbeiten und nicht einfach nur abliefern oder den Blick stur auf den Profit richten.

Mit Marc und Stephan, den Titania-Produzenten, verbindet mich auch sehr viel. Ich schätze ihre absolute Hingabe zu ihren jeweiligen Arbeiten und die Verehrung „ihrer“ Schauspieler. Das ist durchaus nicht branchenüblich. Vor unserer ersten gemeinsamen Arbeit („Die Familie des Vampirs“) rief mich Stephan an und fragte mich, ob er mir eine CD schicken dürfe und wenn ich mit der Arbeit einverstanden sei, ob sie mich dann auch bitten dürften, eine Rolle bei ihnen zu spielen. Das war nicht anbiedernd sondern hochachtungsvoll. Und das fühlt sich sehr angenehm an. Ich fühl mich geborgen und bin somit viel freier bei der Arbeit und kann mich auch mehr öffnen. Da sie wissen, dass ich ein großer Fan ihrer Produktionen bin, erhalte ich jede CD von ihnen… musste schon neue Regale kaufen! “Gruselkabinett“, die „Anne“-Serie“ „Sherlock Holmes“ – ich habe sie alle. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich ihnen meine Meinung und bedenke sie natürlich mit Urlaubskarten und Adventskalendern. Denn es freut mich zu sehr, wenn ich höre, was sie aus vielen meiner Kollegen herauskitzeln und ich diese wiederum neu schätzen lerne.

Der Dauerbrenner für Pferdefans: „Bibi und Tina“ – Arianne als Frau Martin

Von „Kiddinx“, wo ich ja bei „Bibi und Tina“ die Frau Martin bin, bekomme ich immer Geburtstags- und Weihnachtskarten – von allen Mitarbeitern signiert. Und zu meiner Hochzeit gab es einen riesengroßen Blumenstrauß.

Zu guter Letzt: Der Arbeitsablauf und –aufwand bei Kiddinx ist unvorstellbar… zum Beispiel die „Bibi und Tina“-Zeichentrickfolgen… bevor die einzelnen Folgen richtig gezeichnet werden, geht es erst einmal so los: Wir nehmen das Layout alle gemeinsam auf, haben ein Script mit den Skizzen für jede einzelne Einstellung vor uns mit zweisprachigem Text (weil natürlich nicht in Deutschland, sondern in Asien animiert wird), damit wir beispielsweise Entfernungen der Figuren sehen können, die konkret vorgestellten Situationen oder wie besorgt oder verwundert oder sonst etwas Frau Martin in der konkreten Szene gerade ist. Dann wird das alles in den Zeichentrickstudios fertiggestellt auf Basis unserer Sprachaufnahmen. Anschließend kommt das Material wieder zurück zu Kiddinx. Und dann werden wir nach einem halben Jahr nochmal vors Mikro gebeten, wenn Animationen arg asynchron geworden sind oder die Bilder doch anders aussehen, als das, was wir im Layout gemacht haben. Hinter einer Folge steckt so viel Arbeit… Dass dabei noch Gewinn herausspringt… Aber wahrscheinlich bin ich zu naiv. (lacht)

Vielen Dank, liebe Arianne, für dieses ausführliche Interview und weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit!