Von Benjamin Vahldiek
Max Kruse, Jahrgang 1921 und Sohn der berühmten Puppenmacherin Käthe Kruse, hat eine Vielzahl wunderbarer Kinderbücher geschrieben und dabei verrückt-liebenswerte Helden geschaffen: Mit einem breiten Lächeln erinnern sich Eltern zurück an die Abenteuer von Don Blech mit seiner Blechbüchsenarmee, dem Junker Hohlkopf oder den Didniks… an das Urmel aus dem Eis, die resolute Schweinedame Wutz – oder eben an das Tier, mit dem Kruses Erfolgsgeschichte (die Gesamtauflage seiner Bücher liegt heute bei mehr als drei Millionen Exemplaren) begann: dem Löwen.
“Es kommt nicht darauf an, wie groß, sondern wie klug man ist.”
(Der Löwe ist los, Thienemann, S. 75)
Die Löwengeschichten erstrecken sich über fünf Bände – und es ist mir beim besten Willen unmöglich zu sagen, welcher Teil mir am meisten gefällt. Denn einfach jedes Ereignis, in das der liebenswerte zottelige Held gerät, ist zum Brüllen komisch.
Der Verlag spricht eine Altersempfehlung ab acht Jahren aus. Freilich sind die Geschichten absolut gewaltfrei und daher theoretisch auch für jüngere Kinder geeignet – die Vielzahl an Charakteren erfordert jedoch sogar bei Erwachsenen gute Konzentration, um nicht hoffnungslos den Überblick zu verlieren.
Ich habe die Bücher gerade noch einmal gelesen: Schon auf den ersten 60 Seiten lernen wir – neben dem Löwen – unter anderem kennen…
- Kim und seine Schwester Pips, die sich mit Löwe anfreunden,
- die neugierige Nachbarin Frau Wisstihrschon,
- den Hund Wu,
- Kater Schipp,
- das Lämmchen,
- Brückenwärter Herr Dreipfennig,
- den Junge mit dem italienischen Namen Tralala,
- Herrn Briefträger Marke,
- Dok, den Tierarzt mit seinem Mensch-flieg-mal-Apparat,
- Rabe Ra,
- das Gärtnerpaar Herr Krume und Frau Blume,
- Totokatapi, den schwarzen Löwenfänger,
- Leuchtturmwärter Onkel Guckaus und seinen Freund Vater Schluckauf,
- Zie, die Ziege, die nie den Mund halten kann, oder
- Ka, den frechen Kakadu.
So viel sei schon verraten: Das Figurenuniversum erweitert sich noch extrem. Deshalb empfehle ich Eltern, ihren Kindern die Löwengeschichten vorzulesen, um ggf. noch einmal kurz zu erklären, wer denn eigentlich “Möwe” oder “Nenepapa” ist. Wer sich diese Mühe macht, erlebt wundervolle Lesestunden. Die Kleinen fiebern bei Löwes Reisen durch die Welt und seinen Abenteuern mit, während die Erwachsenen ihre Freude haben werden an Kruses wunderbarem Humor, seinen Sprachschöpfungen und Personenbeschreibungen.
Fazit:
Die Geschichten vom Löwen sind zeitlose Klassiker der Kinderliteratur, die in keinem Bücherregal fehlen sollten.
Übrigens: Die ersten drei Teile wurden kongenial von der Augsburger Puppenkiste verfilmt.
- Max Kruse: Der Löwe ist los. Thienemann Verlag – ISBN 3522168852
- Max Kruse: Kommt ein Löwe geflogen. Thienemann Verlag – ISBN 355872139X
- Max Kruse: Gut gebrüllt, Löwe. Thienemann Verlag – ISBN 352216914X
- Max Kruse: Löwe gut – alles gut. Thienemann Verlag – ISBN 3522169158
- Max Kruse: Der dicke Löwe kommt zuletzt. Thienemann Verlag – ISBN 3522169468
Alle Cover mit freundlicher Genehmigung vom Thienemann Verlag (www.thienemann.de)












