Wendy: Warum die erfolgreiche Pferde-Hörspielserie eben kein Mädchenkram ist

Wendy: Pferde, Freundschaft, Abenteuer

Was ist „Typisch Mädchen“, was ist „Typisch Junge“? Manchmal ist das schwer zu beantworten.

Und eigentlich ist das auch ganz gut so, schließlich soll jeder machen, was er will. Aber Einiges wird wohl noch längere Zeit auf dem fest eingetretenen Pfad verbleiben: Die Ritterburg, die Carrera-Rennbahn, das Plastik-Gewehr… das sind nach wie vor klassische Spielzeuge, die für die männlichen Kids entworfen werden.

Das Barbie-Traumhaus, Polly Pocket, Prinzessin Lillifee wiederum richten sich an die Damen von morgen. So ist es auch meist bei klassischem Pferdespielzeug… allerdings gibt es glücklicherweise zwei löbliche Ausnahmen, die sich jedoch erst bei näherem Hinsehen als solche zu erkennen geben:

Da wäre zunächst die beliebte Serie „Bibi und Tina“, die eine ungewöhnlich hohe männliche Fangruppe hat. Und das liegt ganz einfach daran, dass es hier nicht um neue Reitstiefel, tolle Frisuren oder bescheuerte neue Deckchen für die tierischen Rübenfresser geht. Vielmehr stehen Familien- und Geldkonflikte, Abenteuer und Streiche, Naturschutz und Freundschaft im Vordergrund: Themen eben, die alle Kinder interessieren und keine Klischees bedienen.

Die Abenteuer von „Bibi und Tina“ habe ich hier bei KidsDeal schon öfter vorgestellt. Zu meinen Neuentdeckungen gehört jedoch die Kiddinx-Hörspielserie „Wendy“. Diese hat zwar auch schon etliche Jahre auf dem Buckel (genauso wie die olle Stute aus den 80ern), jedoch werden noch immer neue Folgen produziert, denn der Erfolg ebbt nicht ab. Jetzt, wo ich die ersten fünf Episoden gehört habe, weiß ich auch den Grund dafür!

Bei „Wendy“ ist ebenfalls wie bei „Bibi und Tina“ alles dabei, was es benötigt, um sowohl Mädels als auch Jungs in Aufregung zu versetzten:

Wendy Thoorsteg ist 15 Jahre alt und erlebt gemeinsam mit ihren Freunden viele spannende Geschichten. Anders als es die Hörspiel-Cover erwarten lassen, geht es niemals zu sehr um Pferdethemen: Wendy hat es mit Wilderern, Gaunerbanden, Brandstiftern oder Naturschützern zu tun. Ebenfalls spielen die ersten Liebeleien eine Rolle – und es ist bei Weitem nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen: kleine Intrigen von Mitschülern, Betrügereien von korrupten Geschäftsmännern, all das gehört ebenfalls in die Wendy-Welt, so dass man keineswegs sagen kann, die Serie ist darauf ausgelegt, neue Blondchen mit Schmink-Fetisch heranzuziehen.

Wie von Kiddinx gewohnt sind die Sprecher erste Sahne: Ranja Helmy (Tick, Trick und Track in „Duck Tales – Geschichten aus Entenhausen“) gibt eine sehr natürliche und sympathische Titelheldin und im Ensemble tummeln sich Synchronschauspieler-Urgesteine wie Marianne Gross (Claire Huxtable aus der „Bill Cosby Show“) oder Ingeborg Wellmann (Betty Geröllheimer aus der „Familie Feuerstein“). Ein besonderes Schmankerl ist der Erzähler  Hubertus Bengsch – u.a. deutsche Stimme des Hollywood-Stars Richard Gere.

KidsDeal-Fazit:

Wendy macht wirklich Spaß, bietet tolle Storys und Sprecher… und ist keineswegs „Typisch Mädchen“. Für Alt und Jung geeignet, unbedingt reinhören!

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 72: Der geheimnisvolle Falke… lehrreich und schön!!

Von Benjamin Vahldiek

Das neue Hörspiel vom Martinshof beginnt geheimnisvoll

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Spieldauer: 38 min
Altersempfehlung: ab 6 Jahre

Sprecher:
Bibi Blocksberg:
S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Förster Buchfink: K.-P. Grap
Herr Motzke: F. Ciazynski
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

„Der geheimnisvolle Falke“ wurde in der Bibi-und-Tina-Fangemeinde sehr zwiespältig aufgenommen: Die erste Gruppe schrie „Laaaaangweilig“. Die zweite fand es schön, dass auf Hektik und zu viele kleinere Abenteuer bzw. Stationen innerhalb der Handlung verzichtet wurde. Ich gehöre zur letzteren Gruppe:

Gleich zu Anfang hab ich noch die Augen verdreht – zum gefühlten hundertsten Mal beginnt die Folge mit den bekannten Ausrufen: „Schneller, Amadeus!“ und „Tempo, Sabrina!… Siiiiiieeeeeger!“ Ein Wettreiten, wie originell! Aber ich kann Entwarnung geben, danach kommt wirklich mal was Neues:

An die Entdeckung des Falken schließt sich eine interessante Geschichte an über das Schloss Falkenstein. Vom Grafen höchst persönlich – wie immer sehr gut gesprochen von Eberhard Prüter – erfahren wir zum Beispiel, wie die adelige Residenz zu ihrem Namen gekommen ist. Aber auch Faktenwissen wird in dieser Folge sehr geschickt vermittelt und nicht mit dem Holzhammer in die Geschichte eingebaut: hier logischerweise viel über Falken und deren typischen Verhaltensweisen. Das ist allemal angenehmer als abgedroschene Bibi-und-Tina-Episoden wie „Retten die Biber“, in der Tiere als putzige Häuslebauer mit Hang zu Streichen vermenschlicht werden.

Trotz der knappen Spielzeit nimmt man sich die nötige Ruhe für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Obwohl erst in den letzten Minuten Action aufkommt, wird es keinen Moment langweilig – vorausgesetzt man erwartet keine temporeiche Geschichte mit wilden Reitereinlagen, Gekreische oder Rumgezicke zwischen Bibi und Tina.

Fazit:

Eine wirklich großartige neue Folge, die Eltern nicht nervt und Kindern auf angenehme Art Wissen vermittelt.

Star Wars: Erben des Imperiums… tolle neue Hörspielreihe für Kids und Eltern

Von Benjamin Vahldiek

Star Wars… Georg Lucas‘ großer Krieg der Sterne kommt einfach nicht aus der Mode.

Dafür sorgen nicht nur gut geölte Merchandising-Maschinerien. Auch Disney wird jetzt ordentlich dazu beitragen, dass die Abenteuer im Weltall weitergehen – schließlich wurde ja jüngst ein nicht gerade kleiner Betrag für die Rechte gezahlt. Aber so lange die Qualitäts-Messlatte hoch gehalten wird, dürfte alles im grünen Bereich sein.

Und das ist bei der neuen Star-Wars-Hörspielserie „Erben des Imperiums“ von Oliver Döring glücklicherweise der Fall – wer Döring kennt weiß, dass er Entertainment auf höchstem Niveau bietet, ist er doch berühmt für seine mittlerweile über 70 Folgen starke Hörspielumsetzungen der unheimlichen Erlebnisse des Bastei-Heft-Geisterjägers „John Sinclair“ vom Kultautoren Jason Dark.

Ohne Zweifel: „Erben des Imperiums“ wird sowohl den Sohnemann als auch Papa an den CD-Player fesseln, denn kaum eine Science-Fiction-Reihe fasziniert dermaßen generationenübergreifend.

Die bisher im Verlag WortArt erschienenen drei von geplanten vier Folgen bauen aufeinander auf und sind von der Handlung kaum nachvollziehbar, wenn man sie nicht chronologisch hört.

Teil 1: Der Wächter des Mount Tantiss
Teil 2: Das Imperium greift an
Teil 3: Der Zorn des Mara Jade

Alle Episoden bieten eine ordentlichen Spielzeit, viel Action, parallel verlaufende Handlungsstränge, hervorragende Sprecher… Langeweile kommt garantiert nicht auf. Auch sind Musik und Soundeffekte vom Allerfeinsten: Überall knallt und rumst es, Laserstrahlen „zischen“ durch den Lautsprecher… man könnte fast denken, dass man selbst einen der futuristischen Raumgleiter bedient.

Besonders toll: Die Schauspieler für die Hörspielumsetzung wurden zum großen Teil aus der ehemaligen Kinofilm-Synchronriege rekrutiert. Sie leisten eine super Arbeit. Allen voran Sprecherlegende Jürgen Thormann (unter Anderem deutsche Standartstimme von Oscar-Preisträger Sir Michael Caine). „Bibi Blocksberg“ Susanna Bonaséwicz schlüpft wieder in ihre Rolle als Laia und es kommt einem vor, als wäre kein einziger Tag zwischen den damaligen und den aktuellen Aufnahmen vergangen. Auch sind alle anderen Darsteller mit einer gehörigen Portion Spielfreude dabei. Schade ist allerdings, dass separat eingesprochen wurde und man die Dialoge im Anschluss zusammengeschnitten hat. So wird nicht selten aneinander „vorbei betont“. Hier hätte man sich mehr Sorgfalt von Döring gewünscht, dass er das eigentlich besser kann, hat er vielfach bewiesen.

Ansprechende Zeichnungen im Inlay der Star-Wars-Minireihe komplettieren den tollen Eindruck, den das Sciene-Fiction-Ohrenkino hinterlässt.

Fazit:
Für alle kleinen und großen Star-Wars-Fans ein gefundenes Fressen, das gekauft werden muss – da gibt es keine Frage!

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Es ist Winter in Falkenstein, überall liegt Schnee. Als Mikosch zu Besuch kommt, bringt er zur Überraschung aller Skier mit. Er zeigt Bibi, Tina und Alexander, wie man sich darauf von Pferden ziehen lässt. Das „Skijöring“ macht allen riesengroßen Spaß. Doch dann bricht plötzlich eine Schneekatastrophe über Falkenstein herein!

Bibi Blocksberg: Susanna Bonaséwicz
Tina Martin: Dorette Hugo
Alexander von Falkenstein: Sven Hasper
Mikosch: Björn Schalla
Holger: Marius Clarén
Graf von Falkenstein: Eberhard Prüter
Förster Buchfink: Klaus-Peter Grap
Mühlenhofbauer: Gerd Holtenau
Erzähler: Gunter Schoß

Cover und Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Es schneit, es gibt viel zu tun. Rauf auf’s Pferd und los geht’s!

Hmmmm…. Also, ich weiß nicht. Einerseits gibt es bei „Bibi und Tina“ im Gegensatz zu den Serien „Benjamin Blümchen“ oder „Bibi Blocksberg“ so gut wie nie Ausreißer nach ganz tief unten. Und deshalb kann man auch selten etwas falsch machen, wenn man für seine Kinder – oder sich selbst – ein neues Pferde-Abenteuer auswählt.

Auch bei der aktuellsten Episode ist dies der Fall. Von der Stimmung passt „Verloren im Schnee“ natürlich ganz genial zum Januar-Wetter: Bibi, Tina, Alex und der ungarische Reiter Mikosch galoppieren durch den Schnee und geraten ordentlich ins Frieren. Für den Grafen übernehmen sie Katastrophenschutz-Aufgaben und schauen aufgrund eines heftigen Schneetreibens bei den Bewohnern und Tieren Falkensteins nach dem Rechten. Schön dabei ist, dass immer wieder mal an Personen oder Ereignisse aus vergangenen Hörspielen angeknüpft wird, so zum Beispiel an die alte Einsiedlerin Trine auf ihrem abgeschiedenen Hof.

Weniger gefällt dann jedoch die Hektik, in der die Handlung und die einzelnen Stationen abgearbeitet werden: Hier etwas erledigen, dann da noch schnell vorbei und ein bisschen hexen, dies kurz machen – und nach viel zu knappen 40 Minuten ist auch schon wieder Schluss. Ebenfalls hätte eine ausführlichere Einleitung gut getan: Mikosch kommt ja nun nicht gerade oft aus Ungarn zu Besuch nach Falkenstein. Warum er dieses Mal da ist, berichtet der Erzähler lediglich in wenigen Sätzen. Die thematisch recht ähnliche Folge 60 „Wölfe in der Puszta“ ist storytechnisch definitiv runder und lässt genug Platz zur Beschreibung der Situationen und Charaktere.

Die Sprecher jedoch lassen keinerlei Grund zur Klage zu: Alle kennen ihre Texte gut und agieren mit hörbarer Spielfreude. Etwas peinlich für die Älteren wird es immer dann, wenn Dorette Hugo als Tina und Susanne Bonaséwicz als Bibi auf ihren Pferden Amadeus und Sabrina um die Wette reiten und dabei am Kreischen, Jauchzen und Kichern sind. Wenngleich beide Damen trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch sehr jung klingen… in solchen Momenten hört man ihnen durchaus an, dass sie keine Teenies mehr sind.

Wie ich mittlerweite erfahren habe, wird Evelyn Meyka nicht mehr als Reiterhof-Mutter Frau Martin zurückkommen und ab Folge 76 von Arianne Borbach ersetzt, die ja auch in der Zeichentrickserie diese Figur synchronisiert. Auch wenn Arianne eine tolle Sprecherin ist: Ich werde die gute alte Susanne Martin, wie Meyka sie interpretiert hat, vermissen. Bei „Verloren im Schnee“ hat man sich erst einmal damit beholfen, dass man Tinas Mutter über Weihnachten und Silvester zu Tante Paula verfrachtet hat.

Fazit:

Alles schön bei Bibi und Tina. Keine Highlight-Folge, aber kurzweilig und sehr passend für die kalte Jahreszeit. Die Kleinsten können sich mit Mutti oder Vati ins Bett einkuscheln und einer aufregenden Wintergeschichte lauschen – und auch ältere Mädchen und Jungs werden sich alles andere als langweilen. Nett: Als besonderes Extra erfährt man so Einiges über den nicht gerade alltäglichen Pferdesport „Skijöring“.

Fünf Freunde Folge 99: Und der seltsame Leuchtturm.

Mysteriös geht es zu im neuesten Hörspiel der Fünf Freunde.

Von Benjamin Vahldiek

Bei einem Segelausflug geraten die Fünf Freunde in Seenot und können sich nur durch das Licht eines Leuchtturms an Land retten. Auf der Felsenklippe scheinen merkwürdige Dinge vor sich zu gehen. Ein mürrischer Leuchtturmwärter, ein rätselhaftes Feuerschiff, unheimlicher Nebel, mysteriöse Stimmen… Und plötzlich sind Dick und Anne verschwunden und bleiben wie vom Erdboden verschluckt. Eine gefährliche Spurensuche beginnt.

  • Erzähler: Lutz Mackensy
  • Anne: Theresa Underberg
  • George: Alexandra Garcia
  • Julian: Ivo Möller
  • Dick: Jannik Endemann
  • Leuchtturmwärter Mr. Winslet: Eckart Dux

(Inhalt, Cover und Sprecherangabe mit freundlicher Genehmigung von www.kuehlpr.de)

Schon die Inhaltsangabe der neuesten Folge von Enid Blytons berühmten „Fünf Freunden“ lässt es vermuten –  die bewährten und beliebten Elemente finden sich auch diesmal wieder: Ein mysteriöser Leuchtturm lässt Fragen aufkommen, Nebelschwaden und Geisterstimmen sorgen vor allem bei jüngeren Hörern für eine angenehme Gänsehaut…

Ohne große Worte geht es schnell zur Sache. Für Action sorgt der gleich zu Beginn eintreffende Sturm – dass hierbei die Soundkulisse sehr stimmig ist, kennt man von Produktionen aus dem Hause Europa ja nicht anders: Windgeräusche, Donner… alles vorhanden, wunderbar!

Der undurchsichtige Leuchtturmwächter auf der Felseninsel wird gespielt von Eckart Dux. Anscheinend wurde hier gleich „ein Abwasch“ erledigt und Dux hat, als er im Studio war, mehrere Rollen eingesprochen, denn er gibt in der zeitgleich erschienenen Folge 180 von TKKG („Alarm im Raubtierhaus“) einen kauzigen Zoodirektor. Es ist immer wieder angenehm, diesen alten Hörspielhasen zu erleben; seine Figuren gestaltet er liebevoll glaubwürdig – so auch hier.

Die Sprecherleistungen der Hauptrollen sind nach wie vor eher durchwachsen: Theresa Underberg neigt in ihrer Rolle als ängstliche Anne in der Betonung zum Übertreiben, Jannik Endemann und Ivo Möller ähneln sich stimmlich einfach zu sehr, als dass man die Charaktere Dick und Julian gut voneinander unterscheiden könnte.

Dass man auch in Folge 99 auf Karin Lieneweg als Tante Fanny und Andreas von der Meden als Onkel Quentin verzichten muss, ist wirklich ärgerlich – spätestens in der heiß erwarteten Jubiläums-Episode Nummer 100 gehören beide unbedingt zur Partie!

Apropos 99 Folgen: Die Fünf Freunde haben sich in früheren Abenteuern schon durchaus schlauer angestellt. Reichlich blauäugig lassen sie sich dieses Mal vom Leuchtturmwärter übers Ohr hauen. Haben sie denn alles vergessen, was sie bisher in unzähligen Kellergewölben, Geheimgängen oder Schmugglerschiffen erlebt haben? Nun gut, wir wollen mal nicht so sein und drücken ein Auge zu.

Fazit:

Mit kleinen Einschränkungen ist „Und der seltsame Leuchtturm“ ein gelungenes neues Hörspiel aus dem Studio Europa. Jüngere Kinder können sich angenehm gruseln und Ältere erfreuen sich am bewährten Mix der typischen Fünf-Freunde-Elemente. Kein wirklicher Knaller – aber dieser wurde hoffentlich aufgehoben für Folge 100!

TKKG Folge 180: Alarm im Raubtierhaus

Von Benjamin Vahldiek

Aufregung in der Millionenstadt! Ein Unbekannter hat nachts die Käfige der Zootiere geöffnet und nun spazieren Elefanten durch die Stadt und Affen plündern die Markstände. Doch als auch die gefährlichen Geparden aus ihrem Gehege verschwinden, breitet sich Angst und Schrecken aus. Klar, dass TKKG wissen wollen, wer dahintersteckt! Und schon bald haben sie eine heiße Spur, die sie direkt in die Fänge der Geparden treibt…

  • Erzähler: Wolfgang Kaven
  • Tim: Sascha Draeger
  • Gaby: Rhea Harder
  • Klößchen: Manou Lubowsky
  • Karl: Niki Nowotny
  • Zoodirektor Bauernfeind: Eckart Dux
  • Martha: Katja Brügger

(Cover, Inhalts- und Sprecherangaben mit freundlicher Genehmigung von www.kuehlpr.de)

 

Beim Lesen der Inhaltsangabe denkt man erst einmal an ähnlich klingende Folgen wie den TKKG-Klassiker aus dem Jahr 1983 „In den Klauen des Tigers“ (22) oder die noch recht aktuellere Episode 177 namens „Die Spur der Wölfin“. Und in der Tat wird hier viel Altbewährtes geboten: Neben den erwähnten Titeln gab es Raubtiere, die ohne Aufsicht herumlaufen, auch schon in „Vergebliche Suche nach Gaby“ oder „Gefangen im Spukhaus“. Aufhänger der diesmaligen Variante ist ein Schnupper-Praktikum in einem Zoo: Tiernärrin Gaby, aka „Pfote“, ist natürlich Feuer und Flamme. Aber nicht nur, dass prompt ein Bär über die Zoowege streift, anstatt in seinem Käfig zu hocken – wenig später ist ein ganzer Haufen von Tieren auf freien Füßen. Das kann kein Zufall sein! Und schon stecken Tim, Karl, Klößchen und Gaby mitten in einem neuen Fall.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Trotz bekannter Rezepturen bereitet das neueste TKKG-Abenteuer Spaß! Das liegt daran, dass das Label Europa es versteht, den Hörer innerhalb kürzester Zeit in die namenlose „Millionenstadt“ zu führen – einer tollen Geräuschkulisse und sympathischen Sprechern sei Dank.

Auch dass TKKG dieses Mal zum Teil richtige Ermittlungsarbeit leisten müssen, ist sehr gut, denn dies war in etlichen vorherigen Fällen nicht so: „Kommissar Zufall“ spielte hier viel zu oft eine tragende Rolle und unsere Helden stolperten über Beweise oder waren gerade in Hörweite, wenn die bösen Gangster über ihre Pläne redeten. Die in Folge 180 zu lösenden Kopfnüsse erzeugen nicht nur bei den Jüngsten Spannung.

Dritter Pluspunkt: Der für die Serie so typische (und nervige!) Holzhammer-Humor ist nicht zu finden. Zwar gibt es etliche Stellen zum Schmunzeln, aber die Komik ist eher nuanciert oder entsteht aus dem Zusammenspiel der Schauspieler. So kann es weitergehen!

Apropos Schauspieler: Hier ist alles im grünen Bereich. Die Hauptrollen Sascha Drager als Tim, Rhea Hader als Gaby, Manou Lubowski als Klößchen und Nikiy Nowotny als Karl leisten genauso routinierte Arbeit wie Wolfgang Kaven als Erzähler. Ein Highlight ist Hörspiel-Altmeister Eckard „Flitze Feuerzahn“ Dux als eigenbrötlerischer und vor sich hin grummelnder Zoodirektor Bauernfeind (ja, ja, TKKG und die Telling-Names – man könnte wissenschaftliche Abhandlungen darüber schreiben!). Einen Kommissar-Glockner-Nachfolger für den leider verstorbenen Edgar Bessen scheint man zum Produktionszeitpunkt noch nicht gefunden zu haben – zumindest wird Gabys Vater nur erwähnt. Es bleibt also spannend.

Das Cover weiß auch dieses mal zu überzeugen. Es ist den Verantwortlichen gelungen, einen behutsamen Spagat zu schaffen zwischen dem nostalgischen, Alt-Fans vertrauten Stil und neuen Elementen.

Hinzu kommt eine kleine Moral über den richtigen Umgang mit Tieren, die geschickt in die Story eingewoben wurde und nicht aufgesetzt wirkt.

Fazit

Trotz bekannten Elementen ist Nummer 180 „Alarm im Raubtierhaus“ eine lohnenswerte TKKG-Folge. Sie vermittelt Wissen über Tiere, bietet Spannung und die Gelegenheit zum Mitraten sowie gut aufgelegte Sprecher. Daher ist sie sowohl für jüngere als auch für ältere Kinder genauso geeignet, wie für (jung gebliebene) Erwachsene.

„Hanni und Nanni 39: Auf hoher See“ – das neueste Hörspiel von Enid Blyton’s Zwillingen sorgt für Urlaubs-Stimmung

Von Benjamin Vahldiek

Eine Kreuzfahrt auf einem Traumschiff? Nanni rümpft kritisch die Nase. Doch was anfangs wie öder Urlaub wirkt, entwickelt sich rasch zu einer Kette von aufregenden Ereignissen: Ein schwerer Sturm, ein Wiedersehen mit einem bekannten Rockstar, ein verschwundener Hund und die Folgen einer schweren Lebensmittelvergiftung sorgen auf dem Luxusliner für allerhand Trubel. Doch das ist noch längst nicht alles…

  • Erzähler: Lutz Mackensy
  • Hanni: Regine Lamster
  • Nanni: Manuela Dahm
  • Fizz: Kerstin Draeger
  • Roy Bernhard: Marcus Kaiser
  • Melanie: Katja Brügger
  • Irma Voncampe: Monika John
  • Elke Lemansky: Judy Winter

Inhalt und Cover mit freundlicher Genehmigung von Kühl-PR.

Kaum ist das neueste Hörspiel der Zwillinge Hanni und Nanni eingelegt, schon geht es ohne große Einleitung los: Wir befinden uns im Auto der Familie Sullivan, die sich auf den Weg macht zu einer Luxus-Kreuzfahrt. An Bord erleben die beiden Schwestern allerhand Überraschungen und kleinere Abenteuer – und das ist der wesentliche Unterschied zu sonstigen Episoden:

Anstatt einen längeren Handlungsstrang gibt es dieses Mal viele kürzere Geschichten. Sie sind zwar alle verbunden durch das Setting, könnten aber problemlos mit Pausen gehört werden, etwas häppchenweise für die Kleinen zum Einschlafen. Dies erinnert an die allerersten Folgen aus den 70er Jahren, wo Studio Europa noch die Original-Bände Enid Blytons umsetzte, und hat genau deshalb einen gewissen Charme. Schade allerdings, dass bei „Hanni und Nanni auf hoher See“ außer Mitschülerin Fizz niemand aus dem Internat Lindenhof dabei ist – abgesehen von einem witzigen Kurzauftritt der Lehrerin Elke Lemansky (wie immer köstlich in dieser Rolle: die große Judy Winter). Denn schon Vorgänger-Folgen wie „In ernster Gefahr“ oder „Gefangen im Eis“ hatten wenig zu tun mit den klassischen Hanni-und-Nanni-Themen Lehrer, Schulstreiche, neue Mitschüler und Mitternachtspartys. Zumindest ein paar mehr Klassenkameradinnen, zum Beispiel die altkluge Hilda, Kusine Elli oder die vorlaute Jenny, hätten gern mitgedurft auf den edlen Dampfer, um etwas mehr Schulflair aufkommen zu lassen.

Nach wie vor sind die Dialoge unheimlich hölzern: Niemand spricht im wirklichen Leben dermaßen verschachtelt, so dass eine Überarbeitung der Drehbücher gut getan hätte (bei anderen Europa-Produktionen wie beispielsweise „Fünf Freunde“ geht’s doch auch!). Konnten routinierte Sprecher wie Kerstin Draeger (Fizz) durch gute Betonung ansonsten immer noch etwas herausreißen, so geling das diesmal leider nicht immer: Gerade Draeger übertreibt hier stark und es ist anstrengend, ihr zuzuhören. Bemerkenswert, dass sogar Regisseurin und Nicht-Schauspielerin Heikedine Körting in ihrer Mini-Rolle als Sullivan-Mutter überzeugender ist.  Zum Glück gibt es auch routiniert-gute Leistungen von Hörspiel-Allzweckwaffen wie Katja Brügger als Assistentin des Rocksängers Roy Bernhard. Auch schön, Monika John – unter anderem bekannt als Schachkönigin in der beliebten Anime-Serie „Alice im Wunderland“ – mal wieder zu hören: Sie gibt eine herrlich verzweifelte, leicht schrullige Dame, die ihren Hund vermisst.

Fazit:

Alles in allem ist „Hanni und Nanni auf hoher See“ durchaus hörenswert, jedoch kein Highlight der Serie. Bleibt zu hoffen, dass man sich nicht noch weiter von Lindenhof entfernt und schon bald wieder mehr der bewährten und beliebten Zutaten dabei sind.

 

Ab heute neu: Die Drei Fragezeichen 158 – Und der Feuergeist; Die Drei Fragzeichen-Kids 30 – Im Geisterschiff

30. November: Ab heute gibt es neues Hörspiel-Krimifutter für alle Fans von den Drei Fragezeichen. Es winkt also ein gemütliches Wochenende mit knisternder Spannung!

Die drei ???
Und der Feuergeist (Folge 158)

Die privat geführte Oper Califia in Rocky Beach steht vor dem finanziellen Aus. So ist es nicht verwunderlich, dass die drei ??? zunächst an eine werbewirksame Veranstaltung glauben, als sich eine Mitarbeiterin der Oper Hilfe suchend an sie wendet: Im Gewölbekeller des Gebäudes gehen mysteriöse Dinge vor sich – und ein seltsames Wesen wurde gesichtet! Justus, Peter und Bob übernehmen den Fall und ahnen nicht, auf was sie sich da einlassen. Plötzlich bricht während einer Aufführung ein Großfeuer aus! War es Brandstiftung? Welche Rolle spielen dabei der undurchsichtige Moody Firthway und sein rotes Notizbuch? Nur Justus erkennt als Einziger, was sich tatsächlich hinter den Kulissen
abspielt.
Bestellnummer: 88697923282 (CD); 88697923284 (MC)
EAN: 886979232822 (CD); 886979232846 (MC)

 

Die drei ??? – Kids
Im Geisterschiff (Folge 30)

Bei einem Sturm werden merkwürdige Dinge an die Küste von Rocky Beach gespült. Handelt es sich hier wirklich um die Überreste eines alten Schiffswracks? Die drei ??? Kids gehen der Sache sprichwörtlich auf den Grund und müssen tief hinabtauchen. Doch was sie zu sehen bekommen, hätten Justus, Peter und Bob nicht in ihren kühnsten Träumen
erwartet.
Bestellnummer: 88697800402 (CD), EAN: 886978004024 (CD)

Lego Friends als Hörspiel: Folge 1 „Tierisch gute Freunde“

Von Benjamin Vahldiek

Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein.

Seit jeher steht die dänische Firma Lego in puncto Spielspaß eher im Fokus kleiner und großer Jungs. Eine Marke für Mädchen zu etablieren hat bisher noch nie so richtig geklappt.

Doch nach einer Entwicklungsphase von vier (!) Jahren brachte man dann die „Lego Friends“ heraus: eine Welt in Pink und Lila – natürlich nur für Mädchen. Und dies in der Hoffnung, an den unzerstörbaren Erfolg der Barbie von Mattel heranzukommen.

Bei den Lego Friends handelt es sich um Mia (der Tierfan), Stephanie (die Partymaus), Emma (das Fashion-Victim), Olivia (der Wissenschafts-Nerd) und Andrea (die Rocknudel). Alle wohnen sie in Heartlake City, wo es natürlich alles gibt, was Mädchenherzen höher schlagen lässt und Mami und Papi dazu nötigt, tief in die Geldbörse zu greifen: Café, Tierkrankenhaus, Reiterhof – selbstverständlich alles mit entsprechenden Accessoires wie Pferden, Kutschen, Vorgärten, Möbeln, Klamotten usw.

Dazu gibt es die passende am PC animierte TV-Serie auf Super RTL. Und um diese Serie nicht nur für den DVD-Vertrieb zu verwursten, bringt Sony Music seit Oktober auch noch Hörspiele mit den fidelen Girlies heraus. Sie sind adressiert an fünf- bis zwölfjährige Mädchen und die erste Episode trägt den Titel „Tierisch gute Freunde“:

Olivia (gesprochen von Lydia Morgenstern) ist die Neue im idyllischen Heartlake City und hat außer ihrem niedlichen Hund Scarlet (den Eltern ihren Kindern auch kaufen können!) niemanden zum Reden und Spielen. In ca. 40 Minuten erzählt das Hörspiel, wie sie ihre Lego Friends kennelernt.

Von der Vermarktungsstrategie kann man halten, was man möchte – das Hörspiel soll fair bewertet werden. Aber leider kann ich nicht allzu viel Gutes darüber sagen: Die Sprecherinnen der Lego Friends klingen alle gleich und übertreiben beim Betonen – man merkt die Anstrengung junger Frauen, die sich verkrampft bemühen, pubertierende Mädels darzustellen. Auch in puncto Musik gibt es nicht viel zu loben. Dass die nervigen Keyboard-Melodien auch während der Dialoge erklingen, ist anstrengend und es entsteht unnötige Hektik. Immerhin ist die Geräuscheffekte nett – Türengequietsche, Geschirrklappern… alles vorhanden.

Die Geschichte ist für die Zielgruppe gut nachvollziehbar und völlig gewaltfrei. Wer also einen echten Lego-Friends-Fan im heimatlichen Kinderzimmer hat, der kann getrost zuschlagen. 

Bibi Blocksberg Folge 106: Der verrückte Staubsauger

Von Benjamin Vahldiek

Für einen großen Elektromarkt erschien vor ca. einem Jahr die Sonderfolge „Bibi Blocksberg und der verrückte Staubsauger“. Dies ließ bereits Schlimmes erahnen – ein Staubsauger, der durchdreht? Das erinnert stark an die leicht nervige Bibi-Folge „Der neue Hexenbesen“, in der unsere kleine Hexe eigentlich nur schreiend und jammernd auf ihrem verbotenerweise bestellten Super-Turbobesen durch die Wolken knattert.

Nun, man kann beruhigt sein. Ganz so anstrengend ist die Staubsauger-Folge nicht. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass es sich hier um ein Highlight handelt. Dennoch hält diese Episode nun Einzug in die offizielle Bibi-Blocksberg-Hörspielreihe, und zwar als Nummer 106.

Die Handlung ist schnell erzählt: Bibi und ihre Freundin, das eitle Hexen-Girlie Flauipaui, besuchen einen Elektroladen, um sich ein Autogramm ihrer Lieblings-Band zu holen. Dabei hexen sie allerhand Blödsinn, werden dazu verdonnert, ihre Schandtaten wieder gut zu machen und sorgen somit mal wieder für ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende.

Gähn, wie langweilig. Die beiden Mädels wandern von Station zu Station (Verkauf, Lager etc.), verzapfen dort etwas und hier auch noch ein wenig… das ist nicht einmal ansatzweise lustig. Da reißen auch die guten Sprecher (eine Ausnahme bildet Bibis neue Mutter Barbara Blocksberg, Gabriele Streichhahn: Sie klingt, als hätte sie sich vor der Aufnahme eine doppelte Portion Valium reingezogen) wie Susanna Bonaséwicz als Bibi nichts mehr heraus.

Was die Folge für Insider jedoch hörenswert macht: „Bruder Boris“, aka Frank Schaff-Langhans, wurde ins Tonstudio zurückgeholt und spielt einen Verkäufer.

Wer keine Lücke in seiner Sammlung haben will, der kann zugreifen. Wer für sein Kind ein schönes Hörspiel kaufen möchte, der greife lieber auf Bibi-Titel zurück wie „Die verhexte Hitparade“, „Auf der Märcheninsel“ oder „Dreimal Schwarzer Kater“.

(Cover mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de.)