Wendy: Warum die erfolgreiche Pferde-Hörspielserie eben kein Mädchenkram ist

Wendy: Pferde, Freundschaft, Abenteuer

Was ist „Typisch Mädchen“, was ist „Typisch Junge“? Manchmal ist das schwer zu beantworten.

Und eigentlich ist das auch ganz gut so, schließlich soll jeder machen, was er will. Aber Einiges wird wohl noch längere Zeit auf dem fest eingetretenen Pfad verbleiben: Die Ritterburg, die Carrera-Rennbahn, das Plastik-Gewehr… das sind nach wie vor klassische Spielzeuge, die für die männlichen Kids entworfen werden.

Das Barbie-Traumhaus, Polly Pocket, Prinzessin Lillifee wiederum richten sich an die Damen von morgen. So ist es auch meist bei klassischem Pferdespielzeug… allerdings gibt es glücklicherweise zwei löbliche Ausnahmen, die sich jedoch erst bei näherem Hinsehen als solche zu erkennen geben:

Da wäre zunächst die beliebte Serie „Bibi und Tina“, die eine ungewöhnlich hohe männliche Fangruppe hat. Und das liegt ganz einfach daran, dass es hier nicht um neue Reitstiefel, tolle Frisuren oder bescheuerte neue Deckchen für die tierischen Rübenfresser geht. Vielmehr stehen Familien- und Geldkonflikte, Abenteuer und Streiche, Naturschutz und Freundschaft im Vordergrund: Themen eben, die alle Kinder interessieren und keine Klischees bedienen.

Die Abenteuer von „Bibi und Tina“ habe ich hier bei KidsDeal schon öfter vorgestellt. Zu meinen Neuentdeckungen gehört jedoch die Kiddinx-Hörspielserie „Wendy“. Diese hat zwar auch schon etliche Jahre auf dem Buckel (genauso wie die olle Stute aus den 80ern), jedoch werden noch immer neue Folgen produziert, denn der Erfolg ebbt nicht ab. Jetzt, wo ich die ersten fünf Episoden gehört habe, weiß ich auch den Grund dafür!

Bei „Wendy“ ist ebenfalls wie bei „Bibi und Tina“ alles dabei, was es benötigt, um sowohl Mädels als auch Jungs in Aufregung zu versetzten:

Wendy Thoorsteg ist 15 Jahre alt und erlebt gemeinsam mit ihren Freunden viele spannende Geschichten. Anders als es die Hörspiel-Cover erwarten lassen, geht es niemals zu sehr um Pferdethemen: Wendy hat es mit Wilderern, Gaunerbanden, Brandstiftern oder Naturschützern zu tun. Ebenfalls spielen die ersten Liebeleien eine Rolle – und es ist bei Weitem nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen: kleine Intrigen von Mitschülern, Betrügereien von korrupten Geschäftsmännern, all das gehört ebenfalls in die Wendy-Welt, so dass man keineswegs sagen kann, die Serie ist darauf ausgelegt, neue Blondchen mit Schmink-Fetisch heranzuziehen.

Wie von Kiddinx gewohnt sind die Sprecher erste Sahne: Ranja Helmy (Tick, Trick und Track in „Duck Tales – Geschichten aus Entenhausen“) gibt eine sehr natürliche und sympathische Titelheldin und im Ensemble tummeln sich Synchronschauspieler-Urgesteine wie Marianne Gross (Claire Huxtable aus der „Bill Cosby Show“) oder Ingeborg Wellmann (Betty Geröllheimer aus der „Familie Feuerstein“). Ein besonderes Schmankerl ist der Erzähler  Hubertus Bengsch – u.a. deutsche Stimme des Hollywood-Stars Richard Gere.

KidsDeal-Fazit:

Wendy macht wirklich Spaß, bietet tolle Storys und Sprecher… und ist keineswegs „Typisch Mädchen“. Für Alt und Jung geeignet, unbedingt reinhören!

Von Benjamin Vahldiek

Benjamin Blümchen 122: „als Polizist“ Schon lange nicht mehr so gelacht!

Die neueste Folge mit unserem Benjamin Blümchen ist urkomisch…

Wachtmeister Krause ist so überarbeitet, er hätte gerne mal einen Tag frei. Kein Problem! Benjamin, Otto und Stella springen für ihn ein. Sie bekommen alles, was ein Polizist so braucht und finden ganz neue Wege, um Falschparker und Raser zur Vernunft zu bringen! Ob sie auch einen lange gesuchten Dieb überführen können?

Spieldauer: 41 min
Altersempfehlung: ab 3 Jahre

Buch: Vincent Andreas

Sprecher:

Benjamin Blümchen: J. Kluckert
Otto: K. Primel
Stella: M. Bierstedt
Karla Kolumna: G. Fritsch
Bürgermeister: R. Hemmo
Pichler: W. Herbst
Wachtmeister Krause: J. Döring
Frau Grimm: D. Rosenthal
Lukas: J. Frenz
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Hui, was ist denn plötzlich bei Benjamin Blümchen los? Nach kleinen Kätzchen, hirnrissigen Spaßmaschinen oder Elefantenköniginnen dachte ich ja, die Serie endgültig abschreiben zu können, dermaßen stark war das Niveau gesunken… das hatte auch nichts mehr zu tun mit einer Hinwendung an ein noch jüngeres Publikum (jetzt schon ab 3 Jahre), es lag an unsäglichen Geschichten und einer für Kiddinx-Verhältnisse miserablen Produktion: Anstatt wie damals echte Tierstimmen vom Band zu verwenden, gaben Menschen Grunz-, Bell- oder Quieklaute von sich (und das mehr schlecht als recht!), die Synchronschauspieler wurden anscheinend dazu angewiesen, besonders übertrieben und infantil zu betonen und dermaßen langsam zu sprechen, dass wohl auch die Kleinsten nach drei Minuten vor Langeweile nach hinten wegkippen…

… aber:

Die letzten Episoden mit dem sprechenden Elefanten sind einfach nur toll und kommen in Bezug auf Sprachspiele und Gagdichte recht nah an die guten alten Folgen der Ur-Autorin Elfie Donnelly heran.

Dies ist auch im neuesten Abenteuer „Benjamin Blümchen als Polizist“ der Fall! Bei so viel witzigen Dialogen ist es ausnahmsweise mal gar nicht störend, dass es wünschenswert wäre, wenn diese wieder in der gewohnt schwungvollen Weise vorgetragen würden, wie man es von früher kennt. Was Benjamin hier alles vom Stapel lässt, ist einfach nur köstlich! Kleine Kostprobe gefällig? Gerne!

Sekretär Pichler ist zu schnell gefahren und fragt ängstlich: „Bekomme ich nun Punkte in Flensburg?“, Benjamin: „Wieso? Wir sind doch in Neustadt!“

Benjamin hat anstelle eines Alibis ein „Alibaba“.

Frau Grimm macht eine Anzeige und füllt dafür ein Formular aus (klar, wir sind ja in Deutschland): „Ich bin 73!“, Benjamin ist irritiert: „Was hat denn das Alter mit dem Fall zu tun? Darf man älteren Menschen eher Gemüse klauen als jüngeren?“

Zu viel verraten möchte ich aber nicht – nur so viel: Folge 122 ist ein richtiges Highlight unter den neueren Episoden und bietet Erwachsenen (Mit-)Hörern richtig viele Gags, die wohl von Kindern noch nicht verstanden werden. Besonders toll ist die Verballhornung des Beamtendeutsch, das Benjamin kurzerhand als albern und zu kompliziert bewertet – die pragmatische Elefantenlösung: Anstelle des Strafzettels mit Bürokratie-Text gibt’s von ihm einen schriftlichen „Rüsselrüffel“, den auch der dümmste Autofahrer versteht. Großartig!

Fazit:

So witzig war Benjamin Blümchen schon lange nicht mehr. Erwachsene werden ihre helle Freude haben, wenn sie gemeinsam mit ihren Kindern vor dem CD-Player sitzen. Ein absolutes Muss!

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 72: Der geheimnisvolle Falke… lehrreich und schön!!

Von Benjamin Vahldiek

Das neue Hörspiel vom Martinshof beginnt geheimnisvoll

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Spieldauer: 38 min
Altersempfehlung: ab 6 Jahre

Sprecher:
Bibi Blocksberg:
S. Bonasewicz
Tina Martin: D. Hugo
Alexander v. Falkenstein: S. Hasper
Graf v. Falkenstein: E. Prüter
Förster Buchfink: K.-P. Grap
Herr Motzke: F. Ciazynski
Erzähler: G. Schoß

Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

„Der geheimnisvolle Falke“ wurde in der Bibi-und-Tina-Fangemeinde sehr zwiespältig aufgenommen: Die erste Gruppe schrie „Laaaaangweilig“. Die zweite fand es schön, dass auf Hektik und zu viele kleinere Abenteuer bzw. Stationen innerhalb der Handlung verzichtet wurde. Ich gehöre zur letzteren Gruppe:

Gleich zu Anfang hab ich noch die Augen verdreht – zum gefühlten hundertsten Mal beginnt die Folge mit den bekannten Ausrufen: „Schneller, Amadeus!“ und „Tempo, Sabrina!… Siiiiiieeeeeger!“ Ein Wettreiten, wie originell! Aber ich kann Entwarnung geben, danach kommt wirklich mal was Neues:

An die Entdeckung des Falken schließt sich eine interessante Geschichte an über das Schloss Falkenstein. Vom Grafen höchst persönlich – wie immer sehr gut gesprochen von Eberhard Prüter – erfahren wir zum Beispiel, wie die adelige Residenz zu ihrem Namen gekommen ist. Aber auch Faktenwissen wird in dieser Folge sehr geschickt vermittelt und nicht mit dem Holzhammer in die Geschichte eingebaut: hier logischerweise viel über Falken und deren typischen Verhaltensweisen. Das ist allemal angenehmer als abgedroschene Bibi-und-Tina-Episoden wie „Retten die Biber“, in der Tiere als putzige Häuslebauer mit Hang zu Streichen vermenschlicht werden.

Trotz der knappen Spielzeit nimmt man sich die nötige Ruhe für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Obwohl erst in den letzten Minuten Action aufkommt, wird es keinen Moment langweilig – vorausgesetzt man erwartet keine temporeiche Geschichte mit wilden Reitereinlagen, Gekreische oder Rumgezicke zwischen Bibi und Tina.

Fazit:

Eine wirklich großartige neue Folge, die Eltern nicht nervt und Kindern auf angenehme Art Wissen vermittelt.

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Von Benjamin Vahldiek

Bibi und Tina Folge 73: Verloren im Schnee

Es ist Winter in Falkenstein, überall liegt Schnee. Als Mikosch zu Besuch kommt, bringt er zur Überraschung aller Skier mit. Er zeigt Bibi, Tina und Alexander, wie man sich darauf von Pferden ziehen lässt. Das „Skijöring“ macht allen riesengroßen Spaß. Doch dann bricht plötzlich eine Schneekatastrophe über Falkenstein herein!

Bibi Blocksberg: Susanna Bonaséwicz
Tina Martin: Dorette Hugo
Alexander von Falkenstein: Sven Hasper
Mikosch: Björn Schalla
Holger: Marius Clarén
Graf von Falkenstein: Eberhard Prüter
Förster Buchfink: Klaus-Peter Grap
Mühlenhofbauer: Gerd Holtenau
Erzähler: Gunter Schoß

Cover und Infos mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de

Es schneit, es gibt viel zu tun. Rauf auf’s Pferd und los geht’s!

Hmmmm…. Also, ich weiß nicht. Einerseits gibt es bei „Bibi und Tina“ im Gegensatz zu den Serien „Benjamin Blümchen“ oder „Bibi Blocksberg“ so gut wie nie Ausreißer nach ganz tief unten. Und deshalb kann man auch selten etwas falsch machen, wenn man für seine Kinder – oder sich selbst – ein neues Pferde-Abenteuer auswählt.

Auch bei der aktuellsten Episode ist dies der Fall. Von der Stimmung passt „Verloren im Schnee“ natürlich ganz genial zum Januar-Wetter: Bibi, Tina, Alex und der ungarische Reiter Mikosch galoppieren durch den Schnee und geraten ordentlich ins Frieren. Für den Grafen übernehmen sie Katastrophenschutz-Aufgaben und schauen aufgrund eines heftigen Schneetreibens bei den Bewohnern und Tieren Falkensteins nach dem Rechten. Schön dabei ist, dass immer wieder mal an Personen oder Ereignisse aus vergangenen Hörspielen angeknüpft wird, so zum Beispiel an die alte Einsiedlerin Trine auf ihrem abgeschiedenen Hof.

Weniger gefällt dann jedoch die Hektik, in der die Handlung und die einzelnen Stationen abgearbeitet werden: Hier etwas erledigen, dann da noch schnell vorbei und ein bisschen hexen, dies kurz machen – und nach viel zu knappen 40 Minuten ist auch schon wieder Schluss. Ebenfalls hätte eine ausführlichere Einleitung gut getan: Mikosch kommt ja nun nicht gerade oft aus Ungarn zu Besuch nach Falkenstein. Warum er dieses Mal da ist, berichtet der Erzähler lediglich in wenigen Sätzen. Die thematisch recht ähnliche Folge 60 „Wölfe in der Puszta“ ist storytechnisch definitiv runder und lässt genug Platz zur Beschreibung der Situationen und Charaktere.

Die Sprecher jedoch lassen keinerlei Grund zur Klage zu: Alle kennen ihre Texte gut und agieren mit hörbarer Spielfreude. Etwas peinlich für die Älteren wird es immer dann, wenn Dorette Hugo als Tina und Susanne Bonaséwicz als Bibi auf ihren Pferden Amadeus und Sabrina um die Wette reiten und dabei am Kreischen, Jauchzen und Kichern sind. Wenngleich beide Damen trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch sehr jung klingen… in solchen Momenten hört man ihnen durchaus an, dass sie keine Teenies mehr sind.

Wie ich mittlerweite erfahren habe, wird Evelyn Meyka nicht mehr als Reiterhof-Mutter Frau Martin zurückkommen und ab Folge 76 von Arianne Borbach ersetzt, die ja auch in der Zeichentrickserie diese Figur synchronisiert. Auch wenn Arianne eine tolle Sprecherin ist: Ich werde die gute alte Susanne Martin, wie Meyka sie interpretiert hat, vermissen. Bei „Verloren im Schnee“ hat man sich erst einmal damit beholfen, dass man Tinas Mutter über Weihnachten und Silvester zu Tante Paula verfrachtet hat.

Fazit:

Alles schön bei Bibi und Tina. Keine Highlight-Folge, aber kurzweilig und sehr passend für die kalte Jahreszeit. Die Kleinsten können sich mit Mutti oder Vati ins Bett einkuscheln und einer aufregenden Wintergeschichte lauschen – und auch ältere Mädchen und Jungs werden sich alles andere als langweilen. Nett: Als besonderes Extra erfährt man so Einiges über den nicht gerade alltäglichen Pferdesport „Skijöring“.

Benjamin Blümchen als Weihnachtsmann – Warum der Klassiker zur Weihnachtszeit dazu gehören muss

Von Benjamin Vahldiek

Es ist wieder soweit: Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Während sich die Kinder wie Bolle freuen, ist für viele Eltern leider auch Stress angesagt: Kekse backen, Geschenke kaufen, Karten schreiben, Silber putzen, Baum schleppen… da kann der Tag gar nicht genug Stunden haben, um alles zu bewältigen. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder Momente der Ruhe und Gemütlichkeit – Momente, in denen man mit der Familie einen Märchenschinken im Fernsehen anschauen kann. Oder man gönnt sich einen echten Hörspiel-Klassiker. Und so einer ist – ohne Wenn und Aber – „Benjamin Blümchen als Weihnachtsmann“.

Bald ist Weihnachten. Doch Zoodirektor Tierlieb kann seinen Tieren leider keine Geschenke machen. Da erfährt Benjamin zufällig, dass der Kaufhaus-Weihnachtsmann krank geworden ist. Vielleicht kann der liebste Elefant der Welt ihn vertreten? Das macht bestimmt Spaß und dem Zoo kann er auf diese Weise vielleicht auch helfen.

Buch: Elfie Donnelly. Cover und Inhaltsangabe mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de.

Die Folge 21 der Serie rund um Neustadts sprechenden Elefanten ist seit Jahrzehnten (Erstveröffentlichung: 1982) ein Bestseller, mit dem das Label Kiddinx einen der höchsten Umsätze erzielt. Das liegt sicherlich nicht nur an der Thematik – denn es gibt auch andere Weihnachtsfolgen, sowohl von Benjamin als auch von weiteren Kiddinx-Helden wie Bibi Blocksberg, Bibi und Tina oder Elea Eluanda, die sich zwar ebenfalls ordentlich verkaufen, aber unterm Strich nicht mithalten können. Was ist also das Geheimnis dieser Episode?

Ganz einfach: Sie ist aberwitzig! Was Benjamin alles im Kaufhaus erlebt, ist köstlich anzuhören – auch (vielleicht sogar gerade!) für Erwachsene. Die Autorin Elfie Donnelly geizt nicht mit Wortspielen, Andeutungen und herrlichen Slapstickeinlagen. Kaufhausleitung Frau Paschulke, die ganz wunderbar überdreht von Edith Elsholtz gesprochen wird, rast auf Rollschuhen durch die Abteilungen, um ihr umfangreiches Arbeitspensum zu schaffen. Dickhäuter Benjamin (hier natürlich noch vom „Original“ Edgar Ott gesprochen, den man beispielsweise auch als Balu aus Disney’s „Dschungelbuch“ kennt) zwängt seinen Vorzeigekörper in ein Weihnachtsmannkostüm und verteilt fleißig Geschenke – und die rasende Reporterin Karla Kolumna bekommt fast einen Herzkasper beim lautstarken Werben für den Einzelhandel: „Tja, jelernt is jelernt. Ich komme nämlich aus Berlin!“

Dennoch kommt bei all dem Spaß die harmonische Weihnachtsstimmung nicht zu kurz und die 38 Minuten Spielzeit vergehen wie im Fluge.

Fazit: Benjamin Blümchen als Weihnachtsmann ist DER Hit zur winterlichen Jahreszeit und darf in keiner Hörspielsammlung fehlen. Frohes Fest!

Schauspielerin Arianne Borbach im Interview Teil 2: Barbie, Bibi, Sherlock Holmes…

Von Benjamin Vahldiek

Die vielbeschäftigte Schauspielerin Arianne Borbach ist nicht nur im Synchrongeschäft gefragt (unter anderem leiht sie Hollywood-Stars wie Catherine Zeta-Jones, Demi Moore oder Helen Hunt ihre Stimme), sondern auch in Hörspielen. Diverse große Rollen hat sie bereits interpretiert. Nachdem der ersten Teil des Interviews schon hier veröffentlicht wurde, geht es heute um Ariannes Arbeit rund um tolle Produktionen für Kinder und Jugendliche.

 

Wer waren die Helden deiner Kindheit?

Wir haben viele Schallplatten gehört. Die allerliebste war uns vier Schwestern und meinen Eltern „Märchen aus aller Welt“. Und darauf besonders „Das Katzenhaus“. Wunderbar! Wir haben sie oft in den kalten Monaten am Wochenende gemeinsam bei Kerzenschein gehört. Noch heute wird in passenden Momenten daraus rezitiert. Dann erinnere ich mich sehr gern an die Nachmittage, an denen ich als erste aus der Schule kam. Da lief jeden Tag auf dem „Berliner Rundfunk“ ein Kinderprogramm und ich glaube, es gab dreimal die Woche sogar Hörspiele. Da hab ich mich in die Küche verzogen, mir „heimlich“ ein Bratbrot gemacht und es genossen. Na, und dann natürlich am Samstagnachmittag „Professor Flimmrich“ im Fernsehen: Wwas liefen da für liebevolle Kinderfilme! Die russischen und tschechischen Märchen! Ich weiß nicht, wie oft wir „Abenteuer im Zauberwald“ gesehen haben.

Barbie, Benjamin Blümchen, Bibi & Tina und viel mehr…

In welchen Produktionen für Kinder hast du schon gesprochen?

Oh, in einigen! Oft und gern werde ich besetzt in den „Barbie“-DVDs, als eine gute Fee oder sowas ähnliches. Auch bei „Benjamin Blümchen“ bin ich auf einer DVD als ganz kranke Mutti zu hören. Es ist die Weihnachtsfolge „Die Eisprinzessin“. Und relativ stolz bin ich auf „Träumereien an französischen Kaminen“ vom Hörspiellabel Titania. Da lesen verschiedene Schauspielkollegen Märchen… und ich bin auch dabei und interpretiere zwei davon.

Worin liegt der Unterschied zwischen Synchronisierung und dem Sprechen in einem Hörspiel?
Beim Hörspiel kann ich selbst kreativ sein, mir überlegen, wie ich eine Figur anlegen möchte. Das kommt dem Theater schon näher… am Theater hab ich zum Beispiel viele Jahre die böse Fee in „Dornröschen“ gespielt. Und da musste ich mir genau überlegen, wie ich darstellen kann, warum sie so furchtbar und grausam ist. Schließlich kommt ja kein Mensch als Schurke auf die Welt. Ich hab es also geschafft zu zeigen, dass sie einfach nur zutiefst verletzt und beleidigt war, dass man sie ausgeladen hatte und dass sie aber eigentlich nur ein kleines Würstchen ist…

Im Synchron habe ich ein fertiges Werk vor mir, dem ich möglichst nahe kommen muss. Aber nicht einfach nur „nachäffen“- ich muss die Darstellung meiner ausländischen Kollegin (Catherine Zet- Jones oder Cate Blanchett) ja über die Stimme, mit meinen Emotionen und meiner Seele füllen – aber ich bin natürlich aufgrund der Vorlage schon sehr eingeschränkt. Dennoch glaube ich, dass man hören kann, ob ein Synchronsprecher fühlt, was er spielt, oder ob es „einfach nur Technik“ ist…

Ob du es glaubst oder nicht: Manchmal hab ich nach der Arbeit Muskelkater vom Synchronisieren, weil ich mich ja vorm Mikro nicht bewegen darf, mein Körper sich aber im Geist bewegen muss. Hört sich komisch an! (Nö, tut es nicht! Anmerkung Red.)

Anspruchsvolle Hörspiele für Kinder und Erwachsene: Arianne bei „Titania“

An der Hörspielarbeit beim Label „Titania“, wo ich ja schon viele Rollen gesprochen habe – zum Beispiel oft in der Serie „Gruselkabinett“ -, mag ich besonders, dass da Menschen mit viel Herzblut arbeiten und nicht einfach nur abliefern oder den Blick stur auf den Profit richten.

Mit Marc und Stephan, den Titania-Produzenten, verbindet mich auch sehr viel. Ich schätze ihre absolute Hingabe zu ihren jeweiligen Arbeiten und die Verehrung „ihrer“ Schauspieler. Das ist durchaus nicht branchenüblich. Vor unserer ersten gemeinsamen Arbeit („Die Familie des Vampirs“) rief mich Stephan an und fragte mich, ob er mir eine CD schicken dürfe und wenn ich mit der Arbeit einverstanden sei, ob sie mich dann auch bitten dürften, eine Rolle bei ihnen zu spielen. Das war nicht anbiedernd sondern hochachtungsvoll. Und das fühlt sich sehr angenehm an. Ich fühl mich geborgen und bin somit viel freier bei der Arbeit und kann mich auch mehr öffnen. Da sie wissen, dass ich ein großer Fan ihrer Produktionen bin, erhalte ich jede CD von ihnen… musste schon neue Regale kaufen! “Gruselkabinett“, die „Anne“-Serie“ „Sherlock Holmes“ – ich habe sie alle. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich ihnen meine Meinung und bedenke sie natürlich mit Urlaubskarten und Adventskalendern. Denn es freut mich zu sehr, wenn ich höre, was sie aus vielen meiner Kollegen herauskitzeln und ich diese wiederum neu schätzen lerne.

Der Dauerbrenner für Pferdefans: „Bibi und Tina“ – Arianne als Frau Martin

Von „Kiddinx“, wo ich ja bei „Bibi und Tina“ die Frau Martin bin, bekomme ich immer Geburtstags- und Weihnachtskarten – von allen Mitarbeitern signiert. Und zu meiner Hochzeit gab es einen riesengroßen Blumenstrauß.

Zu guter Letzt: Der Arbeitsablauf und –aufwand bei Kiddinx ist unvorstellbar… zum Beispiel die „Bibi und Tina“-Zeichentrickfolgen… bevor die einzelnen Folgen richtig gezeichnet werden, geht es erst einmal so los: Wir nehmen das Layout alle gemeinsam auf, haben ein Script mit den Skizzen für jede einzelne Einstellung vor uns mit zweisprachigem Text (weil natürlich nicht in Deutschland, sondern in Asien animiert wird), damit wir beispielsweise Entfernungen der Figuren sehen können, die konkret vorgestellten Situationen oder wie besorgt oder verwundert oder sonst etwas Frau Martin in der konkreten Szene gerade ist. Dann wird das alles in den Zeichentrickstudios fertiggestellt auf Basis unserer Sprachaufnahmen. Anschließend kommt das Material wieder zurück zu Kiddinx. Und dann werden wir nach einem halben Jahr nochmal vors Mikro gebeten, wenn Animationen arg asynchron geworden sind oder die Bilder doch anders aussehen, als das, was wir im Layout gemacht haben. Hinter einer Folge steckt so viel Arbeit… Dass dabei noch Gewinn herausspringt… Aber wahrscheinlich bin ich zu naiv. (lacht)

Vielen Dank, liebe Arianne, für dieses ausführliche Interview und weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit!

 

 

Bibi Blocksberg Folge 106: Der verrückte Staubsauger

Von Benjamin Vahldiek

Für einen großen Elektromarkt erschien vor ca. einem Jahr die Sonderfolge „Bibi Blocksberg und der verrückte Staubsauger“. Dies ließ bereits Schlimmes erahnen – ein Staubsauger, der durchdreht? Das erinnert stark an die leicht nervige Bibi-Folge „Der neue Hexenbesen“, in der unsere kleine Hexe eigentlich nur schreiend und jammernd auf ihrem verbotenerweise bestellten Super-Turbobesen durch die Wolken knattert.

Nun, man kann beruhigt sein. Ganz so anstrengend ist die Staubsauger-Folge nicht. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass es sich hier um ein Highlight handelt. Dennoch hält diese Episode nun Einzug in die offizielle Bibi-Blocksberg-Hörspielreihe, und zwar als Nummer 106.

Die Handlung ist schnell erzählt: Bibi und ihre Freundin, das eitle Hexen-Girlie Flauipaui, besuchen einen Elektroladen, um sich ein Autogramm ihrer Lieblings-Band zu holen. Dabei hexen sie allerhand Blödsinn, werden dazu verdonnert, ihre Schandtaten wieder gut zu machen und sorgen somit mal wieder für ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende.

Gähn, wie langweilig. Die beiden Mädels wandern von Station zu Station (Verkauf, Lager etc.), verzapfen dort etwas und hier auch noch ein wenig… das ist nicht einmal ansatzweise lustig. Da reißen auch die guten Sprecher (eine Ausnahme bildet Bibis neue Mutter Barbara Blocksberg, Gabriele Streichhahn: Sie klingt, als hätte sie sich vor der Aufnahme eine doppelte Portion Valium reingezogen) wie Susanna Bonaséwicz als Bibi nichts mehr heraus.

Was die Folge für Insider jedoch hörenswert macht: „Bruder Boris“, aka Frank Schaff-Langhans, wurde ins Tonstudio zurückgeholt und spielt einen Verkäufer.

Wer keine Lücke in seiner Sammlung haben will, der kann zugreifen. Wer für sein Kind ein schönes Hörspiel kaufen möchte, der greife lieber auf Bibi-Titel zurück wie „Die verhexte Hitparade“, „Auf der Märcheninsel“ oder „Dreimal Schwarzer Kater“.

(Cover mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de.)

Neu im Oktober: Bibi und Tina 72 „Der geheimnisvolle Falke“, Benjamin Blümchen 121 „Die Fahrrad-Wette“

Pünktlich zum Kindergeburtstag: neue Hörspiele mit Bibi und Co.!

Wie passend, dass mein Patenkind in diesem Monat Geburtstag hat: Dann kann ich ihm die neuen Hörspiele Benjamin Blümchen 121 „Die Fahrrad-Wette“ und Bibi und Tina 72 „Der geheimnisvolle Falke“ schenken – und schon einmal in seinem Kinderzimmer heimlich kompensieren, während sich die Kurzen im Flur den Kochlöffel vom Topfschlagen auf den Schädel hauen und die Erwachsenen ihr Hüftgold in Form von Schwarzwälder Kirschtorte aufstocken.

Benjamin, Otto und Stella stellen fest, in Neustadt gibt es zu wenig Radwege. Doch der Bürgermeister will keine neuen bauen lassen. Er behauptet, das Auto sei das Fahrzeug der Zukunft. Das sehen die Freunde anders und fordern einen Wettkampf: ihr Rad gegen sein Auto. Wenn sie gewinnen, muss er neue Radwege bauen. Top, die Wette gilt!

Ich bin schon jetzt gespannt, wie der dicke sprechende Elefant sich auf dem Rad halten kann, ohne dass dieses zusammenbricht – immerhin mussten in  den Folgen „Als Briefträger“ und „Als Taxifahrer“ extra Fahrzeuge für ihn konstruiert werden…

Super, dass die rasende Reporterin Karla Kolummna und Neustadts Bürgermeisterchen dabei sind – das garantiert einen verbalen Schlagabtausch.

Bei einem Ausritt finden Bibi, Tina und Alex einen verletzten Falken und bringen ihn zu Förster Buchfink, wo er sich schnell erholt. Es stellt sich heraus, dass der Falke zahm ist und sich beim Förster sehr wohlfühlt. Die Kinder schließen das Tier schnell ins Herz. Doch dann erscheint ein Falkner und fordert das Tier zurück.

Bei Bibi und Tina freue ich mich darauf, wieder zum Martinshof zu reisen und mit den beiden sympathischen Heldinnen durch den Falkensteiner Forst zu reiten. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen um Evelyn Meyka alias Tinas Mutter Frau Martin: Auch in dieser Folge ist sie nicht dabei. Ich hoffe, es geht der Schauspielerin gut und sie ist bald wieder mit von der Partie.

Und ich hoffe auch, der erste kleine Partygast heult erst dann, wenn ich beide Abenteuer in Ruhe fertig gehört habe!

(Cover und Inhalt mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de)

Bibi Blocksberg 105: „Die Hexenküche“ – fast so schön wie früher

Von Benjamin Vahldiek

Inhalt

Bibi und ihre Mitschüler sind enttäuscht: Der Bürgermeister hat die Zuschüsse für Klassenfahrten gestrichen und die nächste Reise muss ausfallen. Doch auf der „Neustädter Woche des guten Geschmacks“ kann man eine Reise gewinnen – als ersten Preis des Kochwettbewerbs. Ob Bibi, Moni und Marita den mit Gerichten aus ihrer Hexenküche ergattern können?

Buch: K.-P. Weigand
Regie: Michael Schlimgen

Sprecher

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Barbara Blocksberg: G. Streichhahn
Marita: U. Hugo
Moni: J. Ziffer
Bürgermeister: R. Hemmo
Pichler: W. Herbst
Karla Kolumna: G. Fritsch
Frau Müller-Riebensehl: E.-M. Werth
Theobald Trüffel: K. Lochthove
Bastien Bistro: P. Doumeyrou
Erzähler: G. Schoß

Erschienen bei: KIDDINX

Spieldauer: 46 min

Altersempfehlung: ab 4 Jahre

(Inhalt, Informationen und Cover mit freundlicher Genehmigung von www.kiddinx-shop.de)

 

Man möchte sie gleich noch einmal hören!

Nach einer etwas längeren Durststrecke – die Nummern 102 „Die Ballett-Tanzgruppe“ und 103 „Der Hexenschatz“ waren für mich ein weiterer Tiefpunkt der Serie – ist das aktuelle Abenteuer mit der kleinen Hexe ein absoluter Überraschungserfolg!

Die Handlung ist schlüssig, abwechslungsreich und teilweise richtig komisch, ohne dabei jedoch ins Klamaukige abzurutschen. Es ist erstaunlich, dass fünf Minuten mehr Spielzeit bereits ausreichen, um die seit einiger Zeit störend auffallende Hektik aus den Folgen zu bekommen: So ist das Ende dieses Mal weniger abgehackt und auch zwischenzeitlich gibt es immer mal wieder kleinere Verschnauf-Elemente, in etwa, wenn Bibi kurz vorm Einschlafen im magischen Kochbuch liest.

Das erinnert alles ziemlich stark an die guten alten Elfie-Donnelly-Folgen aus den 80er-Jahren. Daumen hoch, auch wenn ich weiß, dass die bereits 2011 als Special beim Elektromarkt „Saturn“ erschienene und nun in die Bibi-Reihe integrierte Folge 106 „Der verrückte Staubsauger“ qualitativ wieder gehörig abfällt.

Ebenfalls gefällt mir, dass Kiddinx endlich vom Harry-Potter-Zug abgesprungen zu sein scheint: Seit einiger Zeit macht unsere kleine Hexe wieder Neustadt unsicher und erlebt Geschichten mit ihren Freunden, Eltern, Karla Kolumna und dem Bürgermeister, anstatt mit den schrillen, nervigen Junghexen auf magische Inseln zu reisen oder Drachen herbeizuzaubern. In „Die Hexenküche“ liefern sich Bibi nebst ihren Freundinnen Moni und Marita einen kulinarischen Wettkampf auf dem Neustädter Marktplatz – unter anderem gegen das „Bürgermeisterchen“, wie Karla zu sagen pflegt. Dass die Spitzen, die sich beide wieder an den Kopf werfen, bei mir nicht so recht zünden, liegt an der Neubesetzung Roland Hemmo. Er kommt nicht einmal ansatzweise an den großartigen Heinz Giese, auch bekannt als General Forbet in der Science-Fiction-Hörspielserie „Jan Tenner“, heran. Gieses Bürgermeister war weniger aggressiv, dafür jedoch immer leicht cholerisch und kindisch – er hat sich viel schöner über Karlas freche Klappe geärgert.

Auch Bibis neue Mutter Gabriele Streichhahn, die das große Erbe von Hallgard Bruckhaus angetreten ist, überzeugt mich nicht. Sie klingt für mich, als kenne sie ihren Text nicht und betont ihre Sätze kaum.

Uschi Wolf und Julia Ziffer als Marita und Moni können aus ihren Rollen nicht mehr herausholen: Sie wurden glattgebügelt, beide Charaktere sind völlig austauschbar. Nichts ist beispielsweise mehr zu spüren von Maritas ehemaliger Zickigkeit.

Und auch dieses Mal lassen mich allzu offensichtliche Telling Names innerlich aufstöhnen: Theobald Trüffel oder Bastien Bistro – das ist mir zu plump.

Aber nun genug gemotzt. Schließlich rezensiere ich hier nicht Thomas Mann oder Arthur Schnitzler, sondern ein Hörspiel, das in erster Linie für Kinder gedacht ist. Und da kann ich nur sagen:

„Bibi Blocksberg und die Hexenküche“ ist seit den 90er-Folgen eine der allerbesten und daher wärmstens zu empfehlen, wenn eine gewaltfreie und saukomische Geschichte im CD-Player landen soll